Hirschdorf: Gedenken für Opfer von 1957

60. Jahrestag des Illerunglücks

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Gedenkfeier am Denkmal in Hirschdorf.

Die Erinnerung an die Tragödie, die sich in den Vormittagsstunden des 3. Juni 1957 an der Iller zutrug, bleibt auch am 60. Jahrestag lebendig. Damals ertranken 15 junge Soldaten beim befohlenen Versuch, in voller Montur den hochwasserführenden Fluss zu durchqueren.

Am Gedenkort bei Hirschdorf hatten sich am vergangenen Samstag etwa 100 Zivilisten und zahlreiche Uniformierte eingefunden, um in einer Trauerfeier der Opfer zu gedenken. Generalleutnant Eberhard Zorn verlas in seiner kurzen Rede die Namen der „Staatsbürger in Uniform, die in Ausübung ihres Dienstes ihr Leben verloren.“

Das Unglück habe strukturelle Mängel in der damals noch jungen Bundeswehr deutlich gemacht und viele Veränderungen angestoßen. Inzwischen sind die Versorgungsansprüche der Hinterbliebenen klar geregelt, es gibt ein dichtes Netz der Absicherung, einen Sozialdienst und schnelle materielle und psychologische Hilfe im Notfall. Noch im Oktober des Jahres 1957 wurde das Soldatenhilfswerk gegründet, die älteste soziale Institution in der Geschichte der Bundeswehr, ein Ausdruck der Solidarität in allen Truppenteilen. „Wir haben eine gute Erinnerungskultur, die Kameraden sind nicht vergessen“, so der General.

An der Gedenkstunde nahmen aktive Soldaten und Soldatinnen und Fahnenabordnungen der Veteranenvereine teil, es krachten drei Böllerschüsse und ein getragenes Trompetensolo erklang. Vier üppige Kränze schmücken nun das Denkmal für die Ertrunkenen und auch das Pfarrerwort – „Wenn wir auch Gottes Wege nicht immer verstehen …“ – war Teil des würdevollen Gedenkens.

Im Anschluss daran, beim Empfang im Rathaus, betonte Bürgermeister Josef Mayr die Verbundenheit der Stadt mit der Bundeswehr. „Dieses Unglück hat die Menschen tief bewegt und erschüttert. Es steht auch heute noch dafür, bewusst zu machen, welch hohe Verantwortung Vorgesetzte tragen, im militärischen Bereich und anderswo, wo Menschen zusammenarbeiten.“

Generalleutnant Zorn, der Vorsitzende des Soldatenhilfswerks, General Marlow, Kommandeur der Division Schnelle Kräfte und Zeitzeuge Oberst a. D. Manfried Reinig trugen sich anschließend ins Goldene Buch der Stadt Kempten ein.

Elisabeth Brock

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