Aus für Zivis?

Die Überlegungen der neuen Bundesregierung, Wehr- und Zivildienst auf sechs Monate zu verkürzen, beschäftigt nun auch die SPD-Stadtratsfraktion. Sie befürchtet durch eine mögliche Verkürzung personelle und finanzielle Auswirkungen für die Stadtverwaltung.

Aus Sicht der Kemptener Sozialdemokraten bedeutet die Verkürzung des Zivildienstes eine Verlagerung der Kosten vom Bund auf die Kommune. „Stark betroffen werden auch die Träger gemeinnütziger Einrichtungen in der Stadt Kempten sein, die Zivildienstleistende einsetzen und damit die eigenen Kosten senken können“, schrieb Stadträtin Ingrid Vornberger vergangene Woche an OB Dr. Ulrich Netzer (CSU). Müssten nun die Träger dieser Einrichtungen Zivis durch Festangestellte ersetzen, „dürfte eine Anhebung der Nutzungsgebühren die alsbaldige Folge sein.“ Die SPD will nun wissen, wie viele Zivis derzeit bei der Stadtverwaltung beschäftigt sind, wie viel Personal eingestellt werden muss, um eventuell wegfallende Zivistellen auszugleichen und welche Zusatzkosten der Stadt dadurch voraussichtlich entstehen. Doch ganz so einfach sind diese Fragen nicht zu beantworten, wie Peter Riegg, Leiter des Verwaltungs- und Finanzreferats, gegenüber dem KREISBOTE erklärte. „Jede Stelle muss man sich gesondert anschauen. Da sind viele Fragen mit verbunden“, sagte er. „Denn umso länger die Einarbeitung dauert, umso weniger lohnt es sich eigentlich, die Stelle mit einem Zivi zu besetzen.“ Lücke befürchtet Auf der anderen Seite könnten im Falle einer Verkürzung des Dienstes aber auch Lücken entstehen. Vor allem Abiturienten entscheiden sich seinen Erfahrungen nach für den Zivildienst und fangen diesen meist im Juli an. Dauere der Dienst künftig aber nur noch ein halbes Jahr, entstehe eine Lücke bis der nächste Abiturient nachrücken kann. Darüber hinaus sei gerade in der jetzigen Krisen-Zeit generell zu hinterfragen, ob tatsächlich alle Stellen besetzt werden müssen. Derzeit beschäftigt die Verwaltung Riegg zufolge zehn bis 12 Zivis, die beispielsweise im Gerhardinger-Haus, den Stiftungen oder im Haus der Senioren arbeiten.

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