(Zu?) viele Wenn und Aber

Auf einer Podiumsdiskussion versuchen Staatssekretär Dr. Gerd Müller (v.l.) und der Vorstand der Allgäuer Volksbank, Donat Asbach, die Frage zu beantworten „Ist mein Geld noch sicher"? Eingeladen hatten die Stadträte und Vorsitzenden der CSU Kempten-Nord, Johann Lederle, und Kempten-West, Andreas Kibler. Foto: Würzner

Donat Asbach beantwortete die Frage mit „Ja, aber...aber...aber...“ Der Vorstand der Allgäuer Volksbank erklärte ausführlich, warum er das Thema der Podiumsdiskussion im Pfarrsaal der Kirche St. Michael „Ist mein Geld noch sicher?“ nicht einfach nur mit Ja oder Nein abhandeln konnte. Weil es eben zu viele „Aber“ gibt, die die Politiker in die Bredouille bringen könnten, so sein Fazit. Keiner wisse, was noch alles in Pandoras Schatulle verborgen sei, schließlich be- wege man sich auf unerforschtem Terrain – die Pleite eines Mitglieds im Euroraum ist ein Präzedenzfall.

Eines aber macht der Bankvorstand klar: Dass die Instrumente der Finanzjongleure einer Reglementierung bedürfen, weil ansonsten die künstliche Blase der Zocker, wie er sie bezeichnete, platzen werde. Und wo Gewinne gemacht werden, müsse wohl oder übel jemand den Part des Verlierers übernehmen, und das könne aus seiner Sicht eigentlich nur der kleine Mann sein. Also der Steuerzahler. Zum Thema des Abends erklärte er den Unterschied zwischen Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, und den Spekulanten an den großen Finanzmärkten. Er und seine Kollegen seien dem Gemeinwohl verpflichtet, ein Partner der Bürger und des Handwerks. So stehe es auch im Grundgesetz. Das Gebahren der Finanzhaie, die nur auf Rendite schielen, sei dagegen so unsozial, dass in den USA inzwischen die Bürger in der Wallstreet in New York Protestmärsche organisieren. Ohne Hilfe für die Banken drohe aus seiner Sicht der Rückfall in die Steinzeit, dies müsse auf jeden Fall verhindert werden. In der Zwickmühle Die Lehren aus dieser unerfreulichen Situation müssten aber unbedingt gezogen und eine Wiederholung ausgeschlossen werden, forderte Asbach. Den politischen Aspekt der griechischen Tragödie beleuchtete CSU-Staatssekretär Dr. Gerd Müller. Die Zwickmühle stelle sich wie folgt dar: Einerseits verfechte man eine harte Linie, allen voran sein Parteichef Horst Seehofer, andererseits befürchte man den Dominoeffekt. Wenn die Steine Spanien, Portugal und Italien ebenfalls kippten, wäre die Stabilität der gesamten Konstruktion Europa gefährdet, so der Bundestagsabgeordnete. Haushaltskonsolidierung sei das Gebot der Stunde, Deutschland zeige mit der im Grundgesetz verankerten Schuldensperre den richtigen Weg auf. Wirtschaften wie die vielzitierte schwäbische Hausfrau, damit das Geld sicher bleibt, lautet sein Ratschlag. Der Deutsche Sparer habe keinen Grund zur Sorge, die erst vor kurzem beschlossene Erhöhung der Kapitaldecke garantiere die Sicherheit der Einlagen, so Müller weiter. Klare Aussagen Die berechtigte Frage, was denn passiere, wenn die Griechen feststellen, dass sie vom Rest der Gemeinschaft unterstützt werden, ohne die Auflagen zu erfüllen, konnte an diesem Abend allerdings niemand beantworten. Donat Asbach wünschte sich, dass bei dieser Gratwanderung die Entscheidungsträger schwindelfrei sind. Die Finanzmärkte sollten nicht verunsichert werden, um Panikreaktionen zu vermeiden, der Bürger habe in einer Demokratie aber auch das Recht, informiert zu werden. Dazu gehöre auch eine klare Aussage, wie viele Generationen noch die jetzt angehäuften Schulden abtragen müssen, wie sie Stadtrat Andreas Kibler forderte.

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