Zufällige Liebe

„Hier haben sie Ihren Hund zurück“, erzählt Friedrich Grabow mit glänzenden Augen. „Mit diesen Worten habe ich meiner zukünftigen Frau Helena ihren ausgerissenen Foxterrier 1943 auf der Straße in Kottern, jetzt St. Mang, wieder überreicht.“ 66 Jahre nach ihrem ersten Kennenlernen sind die beiden immer noch verheiratet und konnten in der vergangenen Woche Diamantene Hochzeit feiern.

Der gebürtige Wolgaster (Vorpommern) war in Kempten als Offizier der Wehrmacht stationiert, als er seine Frau kennen lernte. In den Nachkriegswirren schlug er sich von Pommern nach Kempten durch und fand bei seinen zukünftigen Schwiegereltern liebevolle Aufnahme. Standesamtlich wurde dann im Juni 1949 in Kottern geheiratet, allerdings ohne die Eltern des Bräutigams, die schon damals aus der Ostzone keine Ausreiseerlaubnis erhielten. Die kirchliche Hochzeit ist dann erst am 20. August in Wolgast im Kreise einer großen Verwandten- und Nachbarschar gefeiert worden, diesmal ohne die Eltern der Braut, die keine Einreisegenehmigung in die damalige Sowjetzone bekamen. Friedrich Grabow war bei der Bundesbahn, seine Frau Helena in einem Steuerbüro beschäftigt. Seit 1945 leben sie in Kempten, haben zwei Söhne und neun Enkel. Das Jubelpaar ist ihrem Alter entsprechend sehr rüstig und wohnt noch im eigenen Haus. „Wir feiern unsere Kirchliche Trauung mit allen Verwandten, Freunden und unserer Nachbarschaft“, fügte Helene Grabow hinzu und spielt eine Platte mit ihrem Motto: „Wir werden niemals auseinandergehen, wir werden immer zueinander stehen, mag in der großen Welt auch noch so viel geschehn, wir werden nie mehr auseinandergehen.“

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