Zufallsfund

Überrascht zeigte sich Grabungsleiter Ernst Sontheim (vorn) über den nicht aktenkundigen Zufallsfund eines Gewölbekellers, den Baggerfahrer Werner Bayrhof (hinten) auf dem ehemaligen Klostergelände in Lenzfried entdeckt hat. Foto: Tröger

„Mich hat fast der Schlag getroffen“, fasste Baggerführer Werner Bayrhof kurz und bündig den Moment seines Fundes zusammen. Bei den Abbrucharbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Klosters in Lenzfried war er vergangene Woche im Bereich des früheren Landwirtschaftsgebäudes unerwartet auf ein Gewölbe im Erdreich gestoßen. Froh war er nur, dass er „nicht wie sonst von oben“, sondern von unten her gearbeitet habe.

Schließlich wiege sein Bagger 30 Tonnen. Aber auch Freude stand ihm ins Gesicht geschrieben, als er zusammen mit dem archäologischen Grabungsleiter Ernst Sontheim den Fund begutachtete. Dieser zeigte sich insofern „überrascht, dass dieses Gebäude mit einem Gewölbekeller ausgestattet war“, als es aus „Bauplänen und -unterlagen nicht hervorgegangen ist“. Da die Mauern „nicht kontinuierlich mit Bruchstein gebaut sind, sondern auch mit Ziegeldurchschuss und Bachkatzen“ vermutete er das ursprüngliche Gebäude aus der Zeit um 1700. Am Fundort verstreute Scherben von glasierter Glaskeramik, gläsernen Medizinfläschchen und „vermutlich einer Petroleumlampe“ schätzte er auf Ende 19./Anfang 20. Jahrhundert. Vermutlich habe der ursprüngliche Gewölbekeller komplett aus Bruchstein bestanden, spekulierte er weiter. Ein Teil sei dann später wohl mit Ziegeln erneuert worden, betonte er, dass alles noch untersucht werden müsse, bevor man wirklich etwas dazu sagen könne. Von einer „beschlagenen Granitsäule mit Zwiebelkopf im Inneren des Gewölbes“ konnte Bayrhof lediglich berichten. Sie war dem Überraschungsmoment zum Opfer gefallen. Dennoch war Sontheim guter Dinge, denn „was noch alles da ist, ist genug um alles zu rekonstruieren“, legte er nebenbei Teile der Kellertreppe frei. Nun ist erst einmal das Grabungsteam gefragt, unter anderem um die Wände des weitgehend intakten Kellers zu reinigen, zu vermessen und zu zeichnen.

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