Zufrieden trotz Krise

Trotz der Wirtschaftskrise hat die Sparkasse Allgäu ihr Geschäftsergebnis im vergangenen Jahr leicht gesteigert. Das gab der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Martin Haf, im Rahmen der Jahres-Pressekonferenz am Dienstag vergangener Woche bekannt. Die Bilanzsumme lag demnach mit rund 3,7 Milliarden Euro um 2,7 Prozent höher als im Vorjahr. Bei den Kundeneinlagen und den Krediten verzeichnete die Sparkasse ebenso leichte Steigerungen. Sorgen macht dem Vorstand jedoch, dass Banken staatliche Hilfen dazu verwenden, um ihren Kunden besonders günstige Angebote zu machen, mit denen die Sparkasse nicht mithalten kann. Für Haf ist das Wettbewerbsverzerrung.

Zu den Kundeneinlagen von knapp 2,9 Milliarden Euro komme noch eine gute Milliarde an Bausparverträgen, Wertpapieren, Lebensversicherungen und weiteren Produkten, sodass sich im ganzen ein Bestand von vier Milliarden und ein Plus von 3,4 Prozent ergeben, erläuterte Haf. Bezeichnend für die Krise: Der Bestand an Bausparverträgen ist um 20 Prozent auf 176 Millionen gestiegen, der der Wertpapiere hingegen um 18 Prozent gesunken. Der niedrige Wertpapierbestand, so der Sparkassenchef, erkläre sich einerseits dadurch, das Kunden ihr Geld anderweitig angelegt hätten, und zum anderen aus Kursverlusten. Rund 2,6 Milliarden Euro hat vergangenes Jahr die Summe der Kundenausleihungen betragen. Das sind rund 40 Millionen oder 1,5 Prozent mehr als 2007. Ein Plus von 11,5 Prozent bei den Neuausleihungen, die insgesamt 388 Millionen Euro ausmachten, spreche für „eine enorme Tilgungsfähigkeit unserer Kunden“, so Haf. Die Sparkasse sei bemüht, Stabilität in Zeiten der Krise zu gewährleisten. „Wir machen nur Geschäfte, die wir verstehen, mit Kunden, die wir kennen“, versicherten Haf und sein Vorstandskollege Gerhard Dorn. Dorn erklärte, es gebe zwei Wege, um die Mittel für Kredite zu beschaffen. Der eine sei über den internationalen Finanzmarkt, „aber wir sehen ja, wohin uns das geführt hat“. Der andere sei, die Kunden vor Ort für die Sparkasse zu begeistern. Dennoch wolle die Sparkasse Allgäu nicht nur vorsichtige Kreditpolitik betreiben, sondern auch Investitionen begleiten. Stolz auf Ausleihquote Die Anzahl der Firmenkunden, die Aufgrund der Krise Hilfe benötigen, lasse sich derzeit an einer Hand abzählen, so Haf. Auch wenn es mehr werden, will die Sparkasse sie nicht im Stich lassen. Stolz ist der Vorstand auch auf die Ausleihquote von knapp 90 Prozent. Das heißt: Von 1000 Euro Einlage vergibt die Sparkasse 900 Euro als Kredit. Einige Wermutstropfen gibt es allerdings doch. Die gebeutelte Bayern-LB kostete die Sparkasse vergangenes Jahr rund 13 Millionen Euro. Verluste beim Provisionsgeschäft erforderten Einsparmaßnahmen, auch beim Personal. Für rund 50 ausscheidende Mitarbeiter rückte demnach niemand nach. Laut Haf habe die Sparkasse damit auch Sachkosten gespart. Hart sei zudem die Konkurrenz durch Banken, die Geld vom Staat erhalten haben. Die verwenden die Mittel nämlich teilweise dafür, um die Sparkassen bei Produktangeboten zu unterbieten. Trotzdem blickte der Vorstand optimistisch in die Zukunft. Dorn meinte, dass im zweiten Quartal diesen Jahres „das Tal der Tränen erreicht ist“. Bis Jahresende sollten sich erste Stabilisierungstendenzen zeigen. Haf setze auf das bewährte Geschäftsmodell der Sparkasse, das auf Beratung und ein Vertrauensverhältnis zum Kunden baue. Das Ziel des Vorstands im Krisenjahr 2009: Das Betriebsergebnis auf dem Niveau von 2008 halten.

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