Zufriedenheit rundum

Der letzte Tag des Jazzfrühlings, später Nachmittag: Teils etwas abgekämpft, aber mit zufriedenen Gesichtern, trudelten die ehrenamtlichen Helfer des Festivals im Klecks zur traditionellen Abschlussfeier ein. Zufrieden war auch das Gesicht von Cheforganisator Hansjürg Hensler, der eine erste Bilanz zog. Als „tolles Signal nach draußen“ sah er die vielen Menschen, die zu den Veranstaltungen auf den öffentlichen Plätzen gekommen waren.

Auch über eine ganze Reihe ausverkaufter Konzerte konnte er sich freuen, wie das der „SeniorenHausBand“ im Haus der Senioren, das von „Babel and the Goodmen“ im Stadttheater, John McLaughlin oder auch die Eröffnungsgala. Gegenüber dem Vorjahr unverändert gut besucht seien die Reihe „Allgäu-Jazz“ im Haus International sowie die Konzerte im Stift gewesen. Enttäuscht zeigte er sich darüber, „dass so wenig Leute zu Friedrich von Thun gekommen sind“. Auch für James Carter hätte er sich mehr Publikum vorgestellt. „Vielleicht ist das Programm heuer zu anspruchsvoll gewesen“, meinte er nachdenklich. Dennoch wolle man „keine Kehrtwende machen“ und nur noch Traditionelles bringen, sondern eher „ausgewogener und begreifbarer“ werden. Insgesamt könne man nämlich nicht weniger Besucher verzeichnen, „nur eine völlig andere Verteilung“. Und dass „Erfolg oder Güte eines Konzertes mit der Besucherzahl nichts zu tun hat“, stand für Hansjürg Hensler außer Frage. Als „noch nicht so ganz gelungen“ befand er die Late-Night-Konzerte, die seit diesem Jahr als Ersatz für die Sessions auf dem Programm standen. Der deutliche Aufschwung der erst zum zweiten Mal stattfindenden AÜW-Jazzperlen und auch, dass bei den zeitgenössischen Angeboten im TheaterOben die „100er Marke deutlich gerissen wurde“, bestätigten ihm „auf einem guten Weg“ zu sein. Dickes Lob an Organisatoren und Helfer gab es auch von dem fleißigen Jazzfrühlingsbesucher OB Dr. Ulrich Netzer (CSU), der das Festival als „schon lange in Kempten angekommen“ würdigte. Auch ins TheaterOben „kann man wirklich gehen“ entkräftete er die Vorbehalte vieler, dort gebe es nur schräge Musik. Weh tue es ihm allerdings, wenn so wenige beispielsweise bei James Carter „kapiert haben, was für ein Superkonzert das ist“. Rundum zufrieden Von durchweg rundum „zufriedenen Musikern“ wusste Dieter Schmid zu berichten, der sich während der Festivalwoche um deren Wohlergehen kümmerte. Nett und problemlos seien alle gewesen, wie er meinte. Aber einen besonderen Stein im Brett scheint John McLaughlin bei ihm zu haben. Der habe sich selber Speisekarte und dann auch das Essen vom Thai nebenan besorgt, da er vor dem Auftritt eine warme Mahlzeit brauchte und nicht zum Essen gehen wollte. Und nach dem Konzert habe er ihm eines seiner schwarzen Gitarren-Blättchen geschenkt, freute sich der seinerseits Gitarrist von „Honky Tonk“ über die Ehre.

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