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Zukunft der Burghalde Kempten: Architekturstudierende zeigen ihre Ideen im ReglerHaus

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Siegerprojekt Kulturhalde Lydia Strobel Lukas Junginger
Ihr Siegerprojekt „Kulturhalde“ stellten Lydia Strobel (li.) und Lukas Junginger vor. © Christine Tröger

Kempten/Augsburg – Architekturstudierende der Fakultät für Architektur und Bauwesen Augsburg stellen ihre Visionen zum „Kulturraum Burghalde“ vor.

„Kulturraum Burghalde“ war das Thema des Projektes „Stadt und Freiraum“, das Architekturstudierende der Fakultät für Architektur und Bauwesen Augsburg als Aufgabe hatten. Das war im Wintersemester 2018/19. Welche Potentiale die Studierenden des dritten Bachelorsemesters im Burghalde-Areal sahen, musste gut zwei Jahre warten, um der Öffentlichkeit vorgestellt werden zu können. Welcher Ort eignet sich dafür besser als das ReglerHaus der Baukultur am Fuße der Burghalde? Dort können die ausgewählten, zum Teil ausgezeichneten Arbeiten zudem bis Sonntag, 12. Juni, immer donnerstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr begutachtet werden.

Angestoßen hatten das Projekt seinerzeit die Altstadtfreunde, deren Vorsitzender Dietmar Markmiller die Historie der Burghalde kurz Revue passieren ließ (Nachzulesen in der Jubiläumsausgabe des Altstadtbriefes 2020 zum 40. Jubiläum des Vereins www.altstadtfreunde-kempten.de). Deutlich wurde dabei, dass in den jahrzehntelangen Bestrebungen, dem Ort neues Leben einzuhauchen, nicht viel passiert ist; immerhin: Neben den seit 2013 auf den steilen Hängen weidenden Schafen zur Grünpflege gab es auch kosmetische Maßnahmen.

„Kein Geld“ für die Burghalde

So wurde u. a. vor nicht allzu langer Zeit auf dem Burggelände der Spielplatz beim Biergarten in einen attraktiven Mittelalter-Spielplatz umgestaltet sowie der unterhalb der Burg liegende Altstadtpark aufgewertet. Große Bewegung haben laut Markmiller weder die 2011 „schön formulierten“ Ziele der Stadt ausgelöst, noch das Integrierte Stadtentwicklungskonzept 2013, mit Themen, die schon seit Jahren auf der Agenda stünden.

„Wenn ich solche Juwelen habe, sollten sie aber auch gepflegt werden“, ermahnte Markmiller vor allem die anwesenden Vertreter von Stadtpolitik und -verwaltung unter den rund 50 Gästen. „Kein Geld“ für die Burghalde heiße es dagegen auch bei den Strategischen Zielen 2030. Letztendlich müsse aber erst einmal abgefragt werden, „was die Bürger wollen“.

Burghalde Kempten: „Ein Juwel“

„Was wäre Kempten ohne die Burghalde?“, erkannte auch Dritte Bürgermeisterin Erna-Kathrein Groll das Juwel. Wichtig war ihr, dass die Menschen in der Stadt noch einen Ort haben, den sie mitgestalten können. Auch sei es interessant hier zu sehen, was möglich wäre, denn man müsse erst einmal „spielen“ und „Visionen entwickeln“.

Im Sommer 2018 hatte sich Prof. Marcus Rommel erstmals mit Markmiller in Kempten zum Thema Burghalde getroffen.

Involviert waren auch der Landschaftsarchitekt Philip Sodeur und Architekt Franz Schröck, die als Lehrbeauftragte an der Fakultät tätig sind. Er „war selber angefixt“ bei diesem Besuch, gestand Rommel, der ein „Riesenpotential“ in der Burghalde und ihrer Rolle am Ende der Doppelstadt-Diagonale erkannt habe. Die Frage sei gewesen, wie die Burghalde wieder angebunden werden könne. Die Arbeiten seiner damals Drittsemestler bezeichnete er als „sehr beachtlich“.

Neue Blickwinkel auf die Burghalde

Zwar hat sich auf der Burghalde selbst noch nicht viel getan, aber der ein oder andere zwischenzeitlich gefasste Beschluss zu anderen Projekten, wie z.B. zum Standort für die neue Bibliothek, hat manchen Ansatz der Studierenden überholt. Als Denkansätze und neue Blickwinkel auf die Burghalde, wurden sie aber dennoch im Publikum munter diskutiert. Wie unterschiedlich die Ansätze der Studierenden sind, zeigt sich u.a. an den Arbeiten der Erst- und Zweitplatzierten. So lag den Überlegungen von

Lydia Strobl und Lukas Junginger (1. Preis) zugrunde, dass drei Fernwander- und Erlebniswege durch Kempten führen, die über die Burghalde laufen könnten. Theresa Huber und Lena Huber (2. Platz) hatten für ihre Vision „Veste neu erleben – Ein Stück Geschichte festigen“ u.a. den ehemaligen Wehrgang im Blick, den sie neu interpretieren wollen.

Kreisbote stellt Arbeiten vor

Ein weiterer Ansatz sieht die Burghalde im Kontext mit anderen Plätzen wie Kornhaus-, Residen- und St. Mang-Platz. Wie Rommel anmerkte, sei es schlussendlich auch Aufgabe von Architekten, „für die Baukultur zu sorgen“.

Da jedes der ausgestellten Projekte mindestens Denkanstöße für die Zukunft dieses Ortes mit Vergangenheit liefert und die Burghalde auch einmal mit den Augen von „außen“ sehen lässt stellt der Kreisbote in einer Serie die Arbeiten einzeln vor.

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