Die Zukunft hat längst begonnen

Johannes Stingl (v.l.), Rainer Magenreuter, Dr. Richard Junesch und Moderator Markus Haser beim Auftakt der Isnyer Zukunftswerkstatt. Foto: Schubert

Es gibt ein Leben nicht nach, aber neben dem Zumthor-Projekt. Isny ist irgendwie in Aufbruchstimmung und die Diskussionen beschäftigen sich nicht nur mit einem Thema. Das war auch die Absicht der Stadt, als sie zur Anfangsveranstaltung für die Zukunftswerkstatt geladen hatte. Weit über 100 Zuhörer waren in den großen Saal des Kurhauses gekommen, um sich mit Isny und den zu erwartenden Weiterentwicklungen auseinander zu setzen.

Zwei hochkarätige Dozenten hatte die Stadtverwaltung zu dieser Veranstaltung geladen: Dr. Richard Junesch von der Universität Stuttgart, Dozent am Institut für Raumordnung und Entwicklungsplanung, sowie Johannes Stingl, Beisitzer des Gemeindetags Baden-Württemberg. Was auf die Städte und Gemeinden im ländlichen Raum in den nächsten Jahren zukommen wird, war Thema beider Vorträge. Dr. Richard Junesch beschäftigt sich seit Jahren mit diesem Thema und die von ihm vorgestellte Studie über die Wettbewerbsfähigkeit in ganz Baden- Württemberg machte es deutlich: Es ist für einige der Städte und Gemeinden schon heftig nach 12. Die Ausgaben überschreiten die Einnahmen, Kürzungen auf allen schulischen und sozialen Gebieten und Einschnitte bei der Infrastruktur sind die Folge der immer stärker zunehmenden Abwanderung in die Verdichtungszentren der großen Städte. Eindrucksvolle Karten über das kleinräumige Nebeneinander zeigen noch leistungsfähige Landstrichen im grünen Bereich bis hin zu tiefroten Gebieten wie gerade auch im Bereich von Schwarzwald und Alb. Ein Hoffnungsschimmer für Isny war es, dass hier noch grün die primäre Farbe ist. Auch Dr. Junesch ist davon überzeugt das es der richtige Weg ist, schon jetzt und schnell Konzepte zu entwerfen die eine Trendwende herbei führen können. Kommunale Handlungsmöglichkeiten sieht er durchaus, aber ohne bewusste und strikte Umsetzung neuer Konzepte sieht er auch für Isny nicht mehr viel Spielraum. Johannes Stingl sieht vor allem eine Reihe von Standortfaktoren, die stärker angegangen werden müssen. Im Prinzip konnte er die Daten von Dr. Junesch nur unterstreichen und der Städtetag hat ebenfalls schon seit längerem die Problematik erkannt mit der eben auch die Flächenkreise und der ländliche Raum zu kämpfen haben. Gesundheitsversorgung, Klimaschutz, einsetzende Energiewende und der negative Finanzierungssaldo vieler Kommunen. „Mit einer Geburten- rate fast unter der des Vatikanstaates ist auf natürlichem Wege kein positiver Wechsel der Bevölkerungsstruktur zu erreichen“, betonte der Beisitzer des Gemeindetags. Der Anteil der älteren Bevölkerung werde zunehmen und schon jetzt ist der Sozialetat der Städte und Gemeinden der größte Posten der jährlichen Ausgaben. Suche nach neuen Wegen Nach Beendigung der ersten Runde standen Johannes Stingl, Dr. Junesch und Bürgermeister Rainer Magenreuter für Fragen der Zuhörer zur Verfügung. Markus Haser moderierte die Fragerunde und die Experten gaben gerne Auskunft zu allen anstehenden Themen. Wie Bürgermeister Magenreuter immer wieder in den nachfolgenden Einzelgesprächen betonte, ist die Zukunftswerkstatt der Auftakt zur Suche nach neuen Wegen. „Uns in Isny geht es gut, aber wir müssen weiter planen und reagieren damit es auch so bleibt. Die Zukunftswerkstatt wird fortgesetzt aber wahrscheinlich in kleineren Gruppen. Geplant ist die Fortführung Mitte April“, sagte er abschließend.

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