Kulturamt klar für Erhalt des Waschhauses

Zumsteinhaus: "Original-Charakter" herausarbeiten

+
Den Original-Fußboden aus Grüntenstein hätte Museumsleiterin Dr. Christine Müller-Horn gerne in allen Räumen wieder freigelegt. Derzeit werden die Kosten hierfür geprüft.

Kempten – Allmählich wird es „ernst“ im Zumsteinhaus. Noch laufen zwar die Untersuchungen, beispielsweise für die Statik des Gebäudes, und überall sind Öffnungen in Wänden und Böden zu sehen. Aber wie Museumsleiterin Dr. Christine Müller-Horn bei einer Begehung dieser Tage angab, sollen bereits „im April die Ausschreibungen rausgehen“ und im Herbst mit den Arbeiten begonnen werden.

Dass der Gestaltungsbeirat in seiner jüngsten Sitzung im Zusammenhang mit Überlegungen zum Neubau einer Stadtbücherei auf der Zumsteinwiese das Nachdenken über einen Abriss mit Ersatzbau des sanierungsbedürftigen, zum Hausensemble gehörenden Waschhauses ins Spiel gebracht hat, stößt im Kulturamt auf Ablehnung. Denn das, wie das Zumsteinhaus, denkmalgeschützte Waschhaus gehöre fest zum Gebäudeensemble und sei zudem Bestandteil der Nutzungsplanungen, macht Kulturamtsleiter Martin Fink unmissverständlich klar, dass für den Erhalt notfalls auch gekämpft werde.

Müller-Horn bedauert, dass im Zumsteinhaus „nicht mehr so viele Originalteile erhalten“ seien, die, wie zum Beispiel die Böden, Renovierungsarbeiten in den 1960er Jahren zum Opfer gefallen seien. Es werde dennoch „versucht, den Original-Charakter des Hauses herauszuarbeiten“ und, um beim Beispiel der Böden zu bleiben, falls erschwinglich, der ursprüngliche Boden aus Grüntenstein wieder frei gelegt.

Durch die Aktionen der „Stadtexpedition“ erhofft sich Projektleiterin Carolin Keim „Geschichten aus der Bevölkerung zu bekommen“ und idealerweise auch Gegenstände, die dazu in direktem Bezug stehen. „Unsere Sammlung hört in den 1950er Jahren auf“, erklärt Müller-Horn ein Problem vieler Museen. Über den Grund dafür könne nur spekuliert werden. So hegt sie die Hoffnung, die vakanten Jahrzehnte mit Hilfe der Kemptener Bevölkerung füllen zu können. Das passt auch zu ihrem Anliegen, dass das Haus, wie schon in der Vergangenheit, weiterhin von den Kemptenern „mitbespielt werden soll“. 

Christine Tröger

Auch interessant

Meistgelesen

Bilder vom Montag aus der Selfie-Box
Bilder vom Montag aus der Selfie-Box
Bilder vom Dienstag aus der Selfie-Box
Bilder vom Dienstag aus der Selfie-Box
Selfie Box: Die ersten 100 Bilder vom Wochenende 
Selfie Box: Die ersten 100 Bilder vom Wochenende 
Selfie Box: Bilder 100 bis 200 vom Wochenende
Selfie Box: Bilder 100 bis 200 vom Wochenende

Kommentare