Pflaster zwischen Stadtpark und Residenz

Zumsteinwiese: Einsparungen teils zurückgenommen 

Im Bereich des Wasserspiels im Stadtpark sind beide Untergründe, Pflaster und Gussasphalt, nebeneinander zu sehen.
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Im Bereich des Wasserspiels im Stadtpark sind beide Untergründe, Pflaster und Gussasphalt, nebeneinander zu sehen.

Kempten – Die Regierung von Schwaben will mehr Pflaster statt Gussasphalt auf der Zumsteinwiese. 

Die Stadträte hatten es sich im November-Finanzausschuss bei den Haushaltsberatungen nicht leichtgemacht, als es darum ging, bei der Gestaltung der Zumsteinwiese kürzer zu treten: Statt Pflaster sollte die Oberfläche einen hochwertigen geschliffenen Gussasphalt in Granitoptik erhalten. Ein Wasserspiel wurde gestrichen, ebenso Einbauten beim Waschhaus. Dazu setzten die Räte den Rotstift an bei den Sitzgelegenheiten an den Grüninseln und an der Bepflanzung. Auch die Festwochen-Installationen wurden abgespeckt. Die Sanierung des Mosaik-Brunnens wird nun an einer anderen Haushaltsstelle verbucht. Rund eine Million Euro will sich die Stadt mit diesen Kürzungen sparen.

Nicht ganz einverstanden mit dem Gussasphalt zeigte sich nun aber die Regierung von Schwaben als Fördergeber. Von ihr hatte man sich 850.000 Euro aus dem Städtebauförderungsprogramm „Stadtgrün“ erwartet. Zumindest die Hauptverbindungsachse zwischen Stadtpark und Residenz sollte gepflastert werden, heißt es nun aus Augsburg, um eine höhere Förderung zu bekommen.

Auch Theo Dodel-Hefele (Grüne) zeigte sich in der letzten Sitzung des Bauausschusses mit dem geschliffenen Gussasphalt in Steinoptik „überhaupt nicht glücklich“. Er befürchtet, dass es ohne geeigneten Untergrund schnell Risse geben könnte.

Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann beschwichtigte, dass mit den Forderungen der Regierung von Schwaben der Gussasphalt ohnehin nur noch im Bereich vor der Sparkasse und vor den „Langen Ständen“ verbaut werde. Auch er selbst findet, dass mit der jetzt gewählten Pflasterbauweise der historische Charakter besser gewahrt wird bzw. dem Ensemble zwischen Stadtpark und Residenz eher gerecht wird. Die Gesamtkosten steigen mit den zusätzlichen Pflasterflächen auf rund 2,3 Millionen Euro (zuvor: rund 2.045.000 Euro). Allerdings erhöht sich die Förderung ebenfalls auf rund 1,1 Millionen Euro. Der Eigenanteil der Stadt bleibe nach wie vor bei rund 1,2 Millionen Euro. Das erklärt sich damit, dass in beiden Kalkulationen nicht alle Kosten zuwendungsfähig seien, so Wiedemann.

Ein paar preisliche Unwägbarkeiten gebe es allerdings noch: Oberhalb der Tiefgarage habe die Sparkasse mit „erheblichen Mehrkosten“ zu kämpfen, weil das ausgehobene Material so belastet war mit Schadstoffen. Hier habe es durch die Tiefgaragenabdichtungen einen „gewissen Materialaustausch“ gegeben. Zwar rechnet Wiedemann in den Abschnitten, für die die Stadt verantwortlich ist, mit weniger Belastungen, aber sicher sagen könne man das nicht. Genauso könnten Liefer- und Materialengpässe oder die Pandemie dafür sorgen, dass die Stadt für die Bauarbeiten doch noch etwas tiefer in die Tasche greifen müsse. 

Susanne Lüderitz

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