Kaufbeurer Straße

Aus drei mach vier

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Südlich von Leubas soll ein neues Gewerbegebiet entstehen. Dafür wird die Kaufbeuer/Leubaser Straße an der Kreuzung mit der Heisinger Straße um einen Arm ausgebaut.

Zwei dreiarmige Kreuzungen an der Kaufbeurer Straße bekommen jeweils einen neuen Arm. Das hat der Verkehrsausschuss am vergangenen Montag beschlossen.

Damit soll die Erschließung zweier geplanter Gewerbegebiete ermöglicht werden. Die Kreuzung Kaufbeurer Straße/Peter-Dörfler-Straße bekommt eine Ab- bzw. Zufahrt in das Gebiet der ehemaligen Ari-Kaserne. Für alle vier Arme der Kreuzung sind Links- und Rechtsabbiegestreifen vorgesehen, wie Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann in der Verkehrsausschusssitzung mitteilte. Damit soll auch „die derzeit unbefriedigende Verkehrs-Situation an der Tankstelle“ verbessert werden, sagte Wiedemann weiter. Um genügend Platz für alle Abbiegestreifen zu schaffen, werde die Kaufbeurer Straße künftig einen Schwenk nach Osten auf das Kasernen-Gelände machen und die Peter-Dörfler-Straße leicht Richtung Norden versetzt werden.

Für die Ausschreibung des Projekts müsse die Stadt noch intensive Abstimmungen mit dem Bund treffen, der seinen Kostenanteil dann noch zusagen müsse. Die Stadt rechnet damit, dass der Bund 75 Prozent der voraussichtlichen Baukosten von vier Millionen übernehmen wird, da die Kaufbeurer Straße eine Bundesstraße ist.

Neues Gewerbegebiet

Wie berichtet, bauen die Firmen WNT Deutschland GmbH und Ceratizit Logistik GmbH südlich von Leubas ein „Kompetenzzentrum der Zerspanung“. Momentan wird die dafür benötigte Fläche östlich der Kaufbeurer/Leubaser Straße noch als landwirtschaftliche Fläche genutzt, ist aber im rechtskräftigen Flächennutzungsplan bereits als Gewerbegrundstück mit angrenzender Ausgleichsfläche ausgewiesen, wie Stadtplanungsamtsleiterin Antje Schlüter am Dienstagnachmittag im Bauausschuss berichtete. Das Areal ist eine größere zusammenhängende, weitgehend ebene Fläche mit circa sieben Hektar und grenzt unmittelbar an das Gewerbegebiet „Heisinger Straße“ an. Um die Entwicklung und Erschließung eines Gewerbegebiets dort zu ermöglichen, empfahl der Bauausschuss dem Stadtrat einstimmig, die Aufstellung des Bebauungsplans „Gewerbegebiet südlich Leubas“ zu beschließen.

Auch der Verkehrsausschuss hatte sich in seiner Sitzung am Montag bereits mit diesem Thema beschäftigt. Für die Erschließung des neuen Gewerbegebiets plant die Stadt, die Kreuzung mit der Heisinger Straße ebenfalls um einen Arm auszubauen. Damit der Verkehr gut fließen kann, wird die Kaufbeurer Straße auf dieser Höhe auf zwei Spuren ausgeweitet werden; die Kreuzung bekommt eine Ampel.

Für den Knotenpunkt hatte der Verkehrsausschuss in seiner Sitzung vom 20. April 2010 ursprünglich einen zweispurigen „Turbo-Kreisverkehr“ beschlossen. Da die Stadt die dafür nötigen Grundstücke nicht erwerben konnte und es in Bayern „nicht genügend Erfahrung mit solchen Turbo-Kreiseln“ gebe, wie Wiedemann erklärte, hat das Tiefbauamt die Ampellösung ausgearbeitet. Die Stadt wird sich die Gesamtkosten von rund drei Millionen Euro mit dem Bund teilen. Für die reinen Straßenbauarbeiten ohne Gewerbeerschließung stehe außerdem eine Förderung nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz in Aussicht.

3. Bürgermeister Josef Mayr (CSU) rechnet damit, dass sich, „wenn die Straße die notwendige Leistungsfähigkeit hat“, auch die Situation auf den derzeit oft vom landwirtschaftlichen und Berufsverkehr benutzten 30-er-Zonen (Bericht folgt in der Mittwochsausgabe) in Leubas verbessert. Ähnlich sah es auch Thomas Hartmann (Grüne). Der Verkehrsausschuss hob den Beschluss vom 20. April 2010 einstimmig auf und entschied gleichzeitig die Ampellösung.

Melanie Weidle, Susanne Kustermann

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