Aktuelle Zahlen

Zuzüge nach Kempten vor allem aus dem europäischen Ausland

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Vor allem aus dem europäischen Ausland und hier bevorzugt aus dem Kosovo ziehen Menschen nach Kempten.

Kempten – Insgesamt 11.047 ausländische Staatsangehörige aus 125 Nationen sind derzeit in Kempten gemeldet (Stand: 28.02.2018). Bei einer Gesamtbevölkerung von 70.200 Kemptenern entspreche das „einem Anteil von 15,73 Prozent“. Im Vergleich dazu waren es zum Stichtag 31. Juli 2016 10.157 ausländische Staatsangehörige aus 121 Nationen, was einem Anteil von 15 Prozent bei der damaligen Gesamtbevölkerung von 67.700 entsprach.

Gestiegen seien, erläuterte Konrad Pfister, Leiter des Amtes für BürgerService, zu dem die Bereiche Ausländerwesen und Asylangelegenheiten gehören, den Mitgliedern des Integrationsbeirats vor allem die „europäischen Zuzüge“ (+ 639) und da vor allem die aus Rumänien (+ 297). Seines Erachtens habe das mit der „problemlosen Einreise“ zu tun, wie zu Beispiel für Kosovaren, „sobald sie eine Arbeitsstelle nachweisen können“. Lediglich 100 Personen weist die Zuzugs-Statistik aus dem Afrikanischen Kontinent auf, 141 aus Asien. Weit hinter Rumänien zurück liegen die Zuzüge aus Ungarn (+ 82), Syrien (+ 70), Bulgarien (+ 45), Polen (+ 44), Kroatien (+ 42), Griechenland (+ 35) und dem Kosovo (+ 34). Auch „Abgänge“ von Menschen aus der Türkei (- 59) sowie aus Österreich (- 21) konnte Pfister vermelden.

„Ganz erstaunlich ist, dass fünf Länder über die Hälfte der ausländischen Mitbürger stellen“, nannte er an erster Stelle die Türkei (20,15 Prozent), Italien (13,69 Prozent), Rumänien (10,18 Prozent) sowie Ungarn und Syrien mit jeweils knapp über vier Prozent.

Blickt man auf die bundesdeutschen Zahlen liegt die Verteilung von männlichen (54 Prozent) und weiblichen (46 Prozent) Personen aus dem Ausland nicht allzu weit auseinander. Die meisten von ihnen sind in mittlerem Alter oder darüber, relativ schwach vertreten sind dagegen die Altersgruppen der 18- bis 25-Jährigen (11,99 Prozent) oder der 16- bis 18-Jährigen (1,28 Prozent). Rund 40 Prozent bleiben laut Pfister „über 15 Jahre hier“.

Aktuell sind in Kempten 9591 Doppelstaater gemeldet (2016: 9277), „die für uns primär Deutsche sind, die noch eine andere Staatsbürgerschaft haben“ – soll heißen: eine deutsche Staatsbürgerschaft sowie eine ausländische und nicht zwei nichtdeutsche.

Wie Pfister erklärte, kann die doppelte Staatsbürgerschaft erworben werden, durch Geburt, wenn die Eltern entweder deutsch/ausländischer Nationalität sind oder sie ausländischer/ausländischer Nationalität sind und zum Zeitpunkt der Geburt mindestens acht Jahre in Deutschland und in Besitz einer Niederlassungserlaubnis sind. Grundsätzlich müsse sich der Betroffene bis zum 23. Lebensjahr aber für eine Staatsbürgerschaft entscheiden. Lediglich bei EU-Bürgern sei der Beibehalt der ursprünglichen Staatsbürgerschaft auch bei Einbürgerung möglich oder aber wenn der Herkunftsstaat den Antragssteller „nicht entlässt“, wie beispielsweise der Iran.

Insgesamt sind im Stadtgebiet 692 Kinder gemeldet, die 2017 geboren sind, davon haben 260 die doppelte Staatsangehörigkeit (37,57 Prozent). 2017 gab es 116 Neueinbürgerungen in Kempten (2016: 92). Kritik gab es von mehreren Mitgliedern des Integrationsbeirats, die beim Amtsbesuch in Kempten die enge und kaum datenschutzgerechte Situation am Schalter für Ausländer beanstandeten.

Darüber hinaus wurde es als „diskriminierend“ empfunden, dass der Beamte hier hinter einer Glasscheibe verschanzt sitze. Auch sei bekannt, dass man hier behandelt werde „wie Dreck“, im Gegensatz zum Ausländeramt in Sonthofen, wo man „ganz anders behandelt wird“.

Christine Tröger

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