Großer Optimismus beim ZAK

Zweckverband für Abfallwirtschaft Kempten präsentiert gute Zahlen auf Verbandsversammlung

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In der Dieselstraße 22 wurde neben dem Müllheizkraftwerk unlängst ein neues Büro- und Werkstattgebäude für die FW-Abteilung der ZAK Holding GmbH in Betrieb genommen.

Kempten/Landkreis – Wenige Tage vor den Feiertagen lud die ZAK zur Sitzung des Aufsichtsrates der ZAK Holding GmbH und der Verbandsversammlung des Zweckverbandes für Abfallwirtschaft Kempten in das Verwaltungsgebäude in die Dieselstraße ein.

Rund 50 Mitglieder folgten der Einladung, darunter einige Stadträte sowie Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle. Er ist zusammen mit dem ebenfalls teilnehmenden Lindauer Landrat Elmar Stegmann zugleich stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der ZAK Holding. Geleitet wurde die Sitzung und die öffentliche Verbandsversammlung durch den ehemaligen Landrat und Aufsichtsratsvorsitzenden der ZAK Gebhard Kaiser.

Fernwärme spart CO2

Zu Beginn der öffentlichen Sitzung wurde der aktuelle Sachstand zur Fernwärme- und Stromerzeugung sowie der Erneurung der Rauchgasreinigungsanlage RGR K3 bekanntgeben. Im Jahr 2018 wurden sechs Kundenstationen neu angeschlossen und insgesamt 400 Meter Fernwärmeleitung verlegt. Die neuen Fernwärmeanschlüsse des Jahres 2018 befinden sich in der Diesel-, der Herren-, der Kronen-, Beethovenstraße, am Eggener Berg und im Haubensteigweg (Calgeerpark). Insgesamt sind somit im Stadtgebiet Kempten aktuell circa 45,8 Kilometer Fernwärmeleitung verlegt, 271 Kundenstationen sind an das Fernwärmenetz angeschlossen und der vertraglich fixierte Wärmeverkauf liegt derzeit bei rund 165.000 Megawattstunden (MWh) pro Jahr. Dies entspricht ungefähr einer Menge von 18,5 Millionen Liter Heizöl oder 18,5 Millionen Kubikmeter Erdgas. „Das macht uns in Kempten zu keinem kleinen Energieversorger mehr“, so der Kommentar von Kiechle. Immerhin werden in Kempten rund 29 Prozent der Wärmeenergie durch regenerative Energien bereitgestellt. „Damit nehmen wir bundesweit einen Spitzenplatz ein“, so der OB weiter.

Eine andere Zahl verdeutlicht die Bedeutung der Wärmeenergie durch Fernwärmeversorgung ebenso: Seit 1994 hat sich der Verbrauch der vom ZAK gelieferten Wärmeenergie verzwanzigfacht. Die Verdrängung von durch Erdöl oder Erdgas bereitgestellter Wärmeenergie hat zu einer signifikanten Reduzierung der CO2-Emissionen von 66.000 Tonnen pro Jahr geführt.

Weniger Strom verkauft

Im weiteren Verlauf wurden die anstehenden Projekte für das Jahr 2019 vorgestellt. Als größtes Invest stellt sich hier die Anbindung des Neubaugebietes „Funkenwiese“ in der Leutkircher Straße dar. Dort werden sowohl die von der Sozialbau zukünftig neu errichteten 170 Wohnungen als auch bereits bestehende Gebäude an das Fernwärmenetz angeschlossen. Beim Stromverkauf fiel die Stromeinspeisung im Jahr 2018, hauptsächlich aufgrund des über drei Monate andauernden Anlagenstillstands der Ofenlinie K3, um circa 6500 MWh zurück. Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 2018 41.200 MWh verkauft. Bei den Neuprojekten wurde die Erneuerung des Notstromdiesels der Holzofenlinie (K3), der Neubau des Verwaltungs- und Werkstattgebäudes in der Dieselstraße 22, der Neubau und die Sanierung von Hallen und die Erneuerung der Rauchgasreinigung RGR K3 aufgezeigt. Zum letzten Punkt wurde den Anwesenden zwei Zeitrafferfilme vorgeführt, die die Arbeiten an der RGR K3 über das Jahr eindrücklich veranschaulichten.

Punktlandung

Zur Beschlussfassung standen als weiterer Tagesordnungspunkt die Wirtschaftspläne 2019 der ZAK Holding GmbH und ihrer beider Töchter ZAK Abfallwirtschaft GmbH und ZAK Energie GmbH an. Das aktuelle Anlagevermögen der ZAK Abfallwirtschaft GmbH beläuft sich auf 17,1 Millionen Euro und das der ZAK Energie GmbH auf 48,7 Millionen Euro. Die Finanzierungspläne der ZAK Abfallwirtschaft GmbH sind mit rund 18 Millionen Euro veranschlagt, die der ZAK Energie GmbH mit rund 46 Millionen Euro. Für die Ergebnispläne 2019 rechnet der Aufsichtsrat mit einer Gewinnabführung bei der ZAK Abfallwirtschaft über 417.000 Euro und bei der ZAK Energie GmbH über 577.000 Euro. Für das Jahr 2019 rechnen die Verantwortlichen somit final bei der ZAK Holding GmbH mit einem Gewinn vor Steuern über circa 823.000 Euro. Dieses positive Ergebnis, das dem Haushaltsausschuss bereits in der letzten Ausschusssitzung vom 11. Dezember vorgelegt wurde, kommentierte Stadtrat Dieter Zacherle wohlmeinend mit den Worten: „Hier wurde eine fast perfekte Punktlandung vorgelegt.“ Die Wirtschaftspläne der ZAK

GmbH wurden der Sitzungsvorlage entsprechend genehmigt und einstimmig durch die Verbandsversammlung angenommen. Auch der Haushaltsplan für das kommende Jahr fällt positiv aus. Die Verantwortlichen rechnen mit Gebühreneinnahmen von rund 18,7 Millionen Euro und mit sonstigen Einnahmen von 2,7 Millionen Euro. Auf der Ausgabenseite rechnet man bei der Restmüllentsorgung mit 7,8 Millionen Euro Kosten, bei der Biomüllverwertung mit 8,2 Millionen Euro und bei der Verwaltung mit 1,5 Millionen Euro Kosten. Insgesamt wird der Vermögenshaushalt 2019 rund 1,8 Millionen Euro betragen. Auch die im Entwurf vorgelegte und vorgelesene Haushaltssatzung 2019 wurde beschlossen. Gleichzeitig wurde der Haushaltsplan mit seinen Anlagen samt Stellenplan für das Haushaltsjahr 2018 genehmigt. Auch die Verbandsversammlung schloss sich diesem Votum ohne Gegenstimme an. Weitere Themen der Sitzung waren die Berichte zum Biomasseheizkraftwerk Sonthofen, zur Bio-Energie Allgäu GmbH & Co. KG sowie zu den Photovoltaikanlagen und Solarenergie Allgäu GbR.

Jörg Spielberg

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