Zwei Favoriten

Um die bauliche Zukunft von  Kemptens Stadtbibliothek und vhs wird es lichter

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Eine Erweiterung der Orangerie "als zukunftsweisende Stadtbibliothek ist nicht empfehlenswert". Als Nachnutzungsideen kämen Trauungen im "Lesesaal", Unterbringung des Hauses International, VHS-Kunstschule und Ausstellungsflächen in Frage.

Kempten – Knapp 100 Seiten umfasst die Schwarte, in der alle in Frage kommenden Standorte für die Stadtbibliothek analysiert sind und die der strittigen Idee und von OB Thomas Kiechle bis zuletzt favorisierten Variante, Bibliotheksneubau auf der Zumsteinweise, (der Kreisbote berichtete) ein jähes Ende setzt.

In der Kurzbewertung auf Seite 93 heißt es: „Der Standort/Bebauungsvorschlag ist für eine zukunftsweisende Stadtbibliothek nicht empfehlenswert.“ Berücksichtigt wurden in der Analyse, die als Vorlage für die Diskussion im Stadtrat am morgigen Donnerstag (ab 16 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses) dient, auch Varianten Stadtbibliothek und Volkshochschule (vhs) mit Kunstschule in einem Gebäude unterzubringen. Für den Flächenbedarf der Bibliothek orientiert man sich an der Zielbestandsgröße, nach internationalem Standard zwei Medien pro Einwohner; das entspricht für Kempten rund 140.000 Medien. 

Als Richtwerte zum Gesamtflächenbedarf werden 30 Quadratmeter pro 1000 Medieneinheiten empfohlen, bzw. 60 Quadratmeter pro 1000 Einwohner. Dazu kommen beispielsweise Flure und diverse Funktionsflächen. Die Bruttogesamtfläche für die Stadtbibliothek ist mit 3011 Quadratmetern angesetzt, die für die vhs mit 3887 Quadratmetern. Für den Fall, dass sich beide Einrichtungen ein Gebäude teilen, könnten zum Beispiel Toiletten, Büros oder auch Lagerräume gemeinsam genutzt werden, so dass eine Gesamtbruttofläche von circa 6125 Quadratmetern ausreichend wäre. 

Zwei Favoriten 
Als die beiden „empfehlenswerten“ Favoriten haben sich herauskristallisiert: 

• das Sparkassenquartier Königstraße mit Neubau für eine Stadtbibliothek, das sich sowohl einige engagierte Kemptener BürgerInnen als auch externe Expertengruppe, die vor Kurzem zum Thema Städtebau und Denkmalschutz in Kempten weilte, vorstellen mögen sowie 

• das Gelände der Schwaigwiesschule (L-Winkel) für die Stadtbibliothek in Kombination mit vhs und einem Vorschlag der SPD-Stadtratsfraktion folgend. 

Für zumindest „geeignet“ als Standorte für eine „zukunftsweisende Stadtbibliothek“ oder vhs gelten 

• Schwaigwiesschulgelände (Rechteck) und auch ein bislang nicht beachteter Vorschlag 

• Am Stadtpark, auf der jetzigen Grünfläche vor dem Finanzamt wo ein längliches Gebäude Platz finden könnte. Aus dem Rennen sind die Standorte: 

• Orangerie mit Erweiterung – Nutzung nur für Stadtbibliothek möglich – wird als „zukunftsweisende Stadtbibliothek nicht empfehlenswert“ bewertet, ebenso 

• Orangerie mit Klecks sowie 

• Neubau auf dem Platz der Städtepartnerschaft, ein Vorschlag der FDP-Stadtratsfraktion, ebenfalls nicht empfehlenswert wird einem 

• Neubau auf der Zumsteinwiese attestiert, dem 

• Sparkassenquartier Promenadestraße, einer 

• vhs im bestehenden Klecksgebäude und auch einem 

• Neubau am Klecksstandort für Stadtbibliothek und vhs. 

Auch an Nachnutzungsideen für die Orangerie wurde bereits gedacht. Unter anderem sind in der Broschüre „Projektentwicklung Stadtbibliothek/vhs“ genannt Trauungen im schönen „Lesesaal“; Unterbringung Haus International, dessen jetziges Gebäude, die ehemalige Glockenschule in der Poststraße „sanierungsbedürftig ist“; Ausstellungsflächen für Moderne Kunst, die vhs-Kunstschule... „Das Gebäude sollte auf jeden Fall weiterhin öffentlich zugänglich sein“, heißt es abschließend.

Christine Tröger

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