Ein Erlebnis der besonderen Art

Zwei glückliche Rückkehrer in Zeiten von Covid-19

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Die sonst mit Tausenden von Fluggästen belebte Abflughalle in Atlanta, USA - menschenleer.

Ermengerst/Atlanta – Schön war unser USA-Urlaub als gemeinsames Geburtstagsgeschenk. Schön war es, wieder Zuhause zu sein. Besonders schön war es, die Ermengerster Kirchenglocken um 17.10 Uhr läuten zu hören.

Ein deutlich wahrnehmbares Zeichen der öffentlichen Wertschätzung für alle diejenigen, die in der jetzigen Covid-19-Krise anderen helfen und sich für die Gemeinschaft einsetzen. Ob das das medizinische Fachpersonal ist, die Männer und Frauen, die in den Lebensmittelgeschäften oder als LKW-Fahrer für unsere tägliche Versorgung arbeiten oder die in Pflegeheimen helfen oder die öffentliche Ordnung aufrechterhalten. Allen gebührt Dank und Ehre. Aber einschließen wollen wir auch die, die sich um die „Gestrandeten“ kümmerten und immer noch kümmern, um die Menschen, die auf vielen Flughäfen im Ausland darauf warten, irgendwie in die Heimat zu kommen.

Es hat uns wie zehntausende anderer Reisender weltweit unverschuldet kalt erwischt. Keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes vor Abflug in die Staaten. Keine Anzeichen, dass sich die Situation schlagartig derart verschärft. Nun galt es, zu handeln. Die US-Fluggesellschaften waren abgetaucht. Keine Infos übers Internet, Telefone wurden einfach abgeschaltet. Meine Frau Susanne meinte: „Viel geht nicht mehr, bald geht gar nichts mehr.“ Auf dieser Grundlage hieß es: „Ruhe bewahren, die Situation analysieren, Möglichkeiten ausloten und dann eine Entscheidung fällen: aktiv werden oder abwarten. 

Wir entscheiden uns für das Erstere“, beruhigte ich sie. Wir waren also Teil dieser Menschen geworden, die in Atlanta, USA, auf einen Rückflug warteten. Wir wussten, dass der reguläre Flug so nicht stattfinden wird können, da die Amerikaner begannen, die meisten Flüge nach Deutschland auszusetzen oder auf ein Minimum zu beschränken. Wir wussten auch, dass die von der Bundesregierung gecharterten Flugzeuge der Lufhansa erst einmal die Touristen heimfliegen werden, die in Nordafrika oder in der Mittelmeerregion festsitzen. Die USA wurden als Rückholoption nie erwähnt. Daher setzten wir uns unverzüglich mit unserem Kemptener Reisebüro in Verbindung. Wenn jetzt jemand noch helfen kann, dann das Team! „Von einem Tag auf den anderen wurden hunderte von Flügen gestrichen. 

Die gesamte Reisebranche hat rotiert, um für ihre Kunden die bestmöglichen Rückflüge zu finden“, erfuhren wir von Rolf Apin vom Reiseservice Neuner. Er und sein Team waren unser „Rettungsanker“, waren trotz Zeitverschiebung oder Wochenende jederzeit für uns ansprechbar, haben unseren Rückflug organisiert und schließlich hinbekommen. Profis in ihrem Beruf, obwohl der Flieger mit fast 500 Rückkehrern, so die Aussage des US-Schalterpersonals, völlig überbucht war! „Auf dem alternativen Rückflug waren genau noch zwei Plätze verfügbar. Statt nonstop ging es nun für die Familie Fuss mit einer Zwischenlandung in Amsterdam nach Hause. Aber das war allemal besser, als auf unabsehbare Zeit in den USA zu stranden. Da haben wir, ohne große Rückfragen, zugeschlagen“, so Apin.

Peter Fuss

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