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Zwei Kemptener AfD-Stadträte verlassen Partei

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Sind aus der AfD ausgetreten: Die beiden Stadträte Thomas Senftleben (rechts) und Michael Kaser.
Sind aus der AfD ausgetreten: Die beiden Stadträte Michael Kaser (links) und Thomas Senftleben . © Navratil Kempten

Kempten – Die beiden Kemptener Stadträte der AfD Thomas Senftleben und Christian Kaser haben heute ihre Partei verlassen.

Sie werden zukünftig ihre Arbeit im Stadtgremium als Parteilose fortsetzen. In einem ersten Gespräch mit dem Kreisboten äußerte sich Senftleben zu seinen Beweggründen: „Wir haben gerne für die AfD politisch gewirkt, befinden das Grundsatzprogramm dieser Partei als richtig, lehnen aber die Einflüsse eines rechtsextremen Flügels ab, von dem wir glauben, dass dieser innerhalb der AfD immer einflussreicher wird. Unsere Vorbilder in der Partei waren konservative wie Jörg Meuthen oder Bernd Lucke, die die Partei aus denselben Gründen verlassen haben, wie wir es nun tun.“

In einer Pressemitteilung äußert sich Senftleben folgendermaßen: Der Austritt „erfolgt nach sehr langer und sehr reiflicher Überlegung und in der sicheren Gewissheit, dass er notwendig und richtig ist. Ich habe immer für ein politisches Handeln mit Maß und Mitte geworben und gekämpft, und ich werde das in meiner politischen Arbeit als Stadtrat auch weiterhin tun.

Disziplinierung und Professionalisierung angemahnt

Der letzte Parteitag in Greding 2021 hat die Gefahren einer zunehmenden Radikalisierung gezeigt, hier wurde sogar auf offener Bühne verkündet, dass es den „Flügel“ noch gibt. Der Parteitag zeigte, wie stark in Bayern der „Flügel“ agiert. Eine dringend notwendige Disziplinierung und Professionalisierung der Partei habe ich stets in meinem Kreisverband angemahnt, damit die Partei schrittweise in die Übernahme von kommunaler Gestaltungsverantwortung hineinwachsen kann.

Mein Ziel, in den Landtag einzuziehen, kann ich aus genau diesen Gründen nicht verfolgen, daher werde ich auch als Kandidat nicht zur Verfügung stehen. Heute, Anfang März 2022, nach einem Jahr geduldigen Werbens und intensiven Kämpfens für einen strikt vernunftgeleiteten, konservativen und maßvollen Kurs der Partei, besteht für uns kein Zweifel mehr, dass wir mit diesem Ansinnen in der Breite der Partei in Bayern und kommunal nicht durchdringen konnten und dies auch in Zukunft nicht zu erwarten ist.

Partei in die Isolation getrieben

Große Teile der Partei und mit ihr etliche ihrer führenden Vertreter haben sich für einen immer radikaleren, nicht nur sprachlich enthemmten Kurs, für politische Positionen und verbale Entgleisungen entschieden, die die Partei in vollständige Isolation und immer weiter an den politischen Rand treiben. Wir beide können und werden diesen Kurs aus Selbstachtung und Verantwortungsbewusstsein nicht weiter mittragen und ziehen daraus die unvermeidliche Konsequenz des Parteiaustritts.

All jene, die sich gemeinsam mit mir, vor allem unser Kreisverband Oberallgäu-Kempten, für einen strikt vernunftgeleiteten und stets gemäßigten Kurs der Partei eingesetzt haben, bitte ich aus ganzem Herzen um Verständnis. Das Gerichtsurteil vom Verwaltungsgericht Köln hat dies nur noch unterstrichen.“ Das Kölner Verwaltungsgericht hat dem Verfassungsschutz Recht gegeben: Der Inlandsgeheimdienst darf künftig voraussichtlich die AfD als Ganzes überwachen.

Die Pläne von Kaser und Senftleben

Senftleben weiter: „Unser Stadtratsmandat in Kempten, in das wir im Jahr 2020 gewählt wurden, werden wir selbstverständlich auch weiterhin wahrnehmen und unser Engagement für die Stadt Kempten fortsetzen. Wir werden unseren Wählern weiterhin in ihren Anliegen zur Seite stehen.“

Senftleben will in einem Exklusivinterview die genauen Gründe seines Ausscheidens aus der Partei darlegen, das in der kommenden Mittwochsausgabe des Kreisboten erscheinen wird.“

Jörg Spielberg/pm

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