Kunstausstellung im Foyer des Fürstensaales der Kemptener Residenz

Alltagsdinge in neuem Licht

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Der Glanz des Lichts und die Details seiner Objekte verleihen den Malereien von Tomislav Paunković besondere Anziehungskraft.

Es sind die Dinge des alltäglichen Lebens, die einem derzeit im Foyer des Fürstensaales in der Kemptener Residenz begegnen. Und das auf sehr unterschiedliche, gegensätzliche Weise zwei Künstler, zwei Ansätze. Da ist einmal der mit seiner Familie seit rund drei Jahrzehnten in Jungholz/Tirol lebende Maler Tomislav Paunković, der seinen gegenständlich abgebildeten Sujets kräftig leuchtende Farben mit in-tensivem Lichtspiel angedeihen lässt.

Gefäße aus verschiedenen Materialien, vergrößertes Obst aller Art, eine zerbrochene Eierschale – detailreich, faszinierend, ohne ablenkendes Beiwerk. Wie sein großes Vorbild Rembrandt spielt er mit dem starken Kontrast aus flächig dunklem Hintergrund und leuchtenden Farben, in denen das Licht die tragende Rolle spielt. Ein aufgeschlagenes Ei, von dem nur die beiden Schalenhälften zu sehen sind, mit all den feinen Unebenheiten, in herbstlich warmes Licht gehüllt: „Herbst“ Eier lautet der Titel zu Recht. „Herbst“ ist es auch bei einem „Apfel mit Flasche“, einem Granatapfel, einer Tomate, passend zur herrschenden Jahreszeit, angezeigt durch Farben und Licht. Aber auch der Sommer hat – zumindest hier – noch seinen Platz gefunden. Vielleicht ja eine Anspielung auf den Sommer, der eigentlich ein Herbst war? Auch Kannen und Krüge, Flaschen mit angeschnittenen oder intakten Obstvariationen, gespiegelt auf der blanken Tischplatte hat Paunković dafür akribisch in Öl festgehalten. Viele davon Dinge, die man schon hunderte Male in der Hand gehalten, aber so kaum jemals wahrgenommen hat. Und da ist die mit Paunković befreundete Keramikkünstlerin Jasmina Pejčić, die ihre Ob- jekte in schlichtem schwarz- weiß hält, ihren Tuben, Milchtüten, Schachteln, Schalen, die sie mit „Sichtfenstern“ durchbricht, durch unspektakuläre Detailveränderungen ein ungewohntes Aussehen verleiht. Beide Künstler stammen aus Serbien, beide haben an der Kunsthochschule in Belgrad studiert. Nach Amsterdam und Belgrad sind die Werke der bei-den auch im europäischen Ausland in Einzel- und Gruppenausstellungen vertretenen Künstler noch bis nächsten Sonntag, 21. September, im Foyer des Fürstensaales in der Kemptener Residenz zu sehen, täglich von 10 bis 19 Uhr, in Anwesenheit von Tomislav Paunković. Christine Tröger

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