Ehrenamtliche Mitarbeiter der Bahnhofsmission helfen Reisenden

Die guten Geister des Bahnhofs

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Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Bahnhofsmission Kempten leisten den Reisenden am Kemptener Hauptbahnhof Hilfestellung.

Kempten – Mit zwei neuen Räumen über der Bahnhofshalle im Kemptener Hauptbahnhof, zeigt die Bahnhofs- mission Präsenz.

Dabei dient das Büro für notwendige Einzelgespräche und organisatorischen Notwendigkeiten, während im Sozialraum nebenan Hilfesuchende Kaffee, Tee oder eine Suppe zubereiten können. „Da unsere Räume nicht unmittelbar sichtbar sind“, so Dr. Armin Ruf, von der Caritasstelle in Kempten, „wollen wir in der Halle künftig mehr Präsenz zeigen. 

Ein erster Schritt dazu sind die neuen Plakate und eine Informationsveranstaltung am Tag der Bahnhofsmission, der heuer am 26. April zum Thema Armut stattfindet.“ 

Im Jahr 1894 wurden Bahnhofsmissionen bundesweit gegründet. Damals hießen sie noch Mädchensozialarbeit und dienten in den großen Städten vor allem der Unterstützung Frauen, die auf Arbeitssuche vom Land kamen. Oft ohne jede Vorstellung darüber, wo sie unterkommen konnten. Alle Bahnhofsmissionen haben ökumenische Träger. Auch die Kemptener Bahnhofsmission, die 1969 gegründet wurde, gehört zur Trägerschaft von Caritas und Diakonie. 

Neun ehrenamtliche Mitarbeiter sind derzeit das Gesicht der Kemptener Bahnhofsmission. Bei jedem Wetter leisten sie den Reisenden Hilfestellung beim Ein- und Aussteigen, begleiten Gehbehinderte zum Taxistand, helfen am Fahrkartenschalter, kümmern sich um eine Schlafgelegenheit und spielen, wie es Marlies Sulzer ausdrückt, auch mal den Blitzableiter für aufgebrachte und verärgerte Bahnkunden. Einsatzleiterin Gerda Karl ist schon seit 1985 mit dabei. Sie koordiniert den Alltagsbetrieb und ist Ansprechpartnerin bei Problemen vor Ort. Auch Regina Schmid und Josef Beck gehören mit 20-jähriger Erfahrung zum Urgestein der Bahnhofsmission.

 „Leicht ist der Dienst im Winter, wenn es kalt und zugig ist, nicht“ erklärt Christa Weber. „Aber hier kann ich anderen etwas Gutes tun.“ Etwas Sinnvolles machen wollte auch Hans Reichenauer. „Im Ruhestand habe ich meine soziale Ader wieder entdeckt. Hier, bei der Arbeit mit Menschen auf dem Bahnhof, fühle ich mich wohl.“ 

Gut vernetzt 

Beratungen führen die Ehrenamtlichen nicht durch. Sie sind nur erster Ansprechpartner und vermitteln dann Hilfesuchende an die richtige Stelle. Notfälle gibt es immer wieder. Deshalb ist die Bahnhofsmission mit allen Kemptener Hilfsorganisationen vernetzt. Stolz sind die Helfer auf den neuen Wickeltisch, den sie ab sofort anbieten können. „Vorher mussten die Mütter ihre Kinder irgendwo in der Halle wickeln. Es gab sonst keine Gelegenheit“, erklärt Beck. Dringend notwendig sind weitere ehrenamtliche Helfer. „Zur Zeit“, so Hans-Dieter Ferling, „ist nur immer einer von uns im Dienst. 

Wenn wir mehr Leute hätten, könnten wir zu zweit gehen. Oft gibt es mehrere Probleme gleichzeitig und wir können und ja nicht aufteilen.“ Interessenten erhalten zunächst eine Ausbildung für ihren Dienst. Jeder kann sich dann nach seinen Möglichkeiten einteilen lassen. Es gibt Vormittags- und Nachmittags- schichten. „Wir richten uns nach dem, was der Einzelne einbringen kann“, so Ruf. Eine Eigenschaft sollten allerdings alle Mitarbeiter haben: Verlässlichkeit. Wer sich für eine ehrenamtliche Tätigkeit bei der Bahnhofsmission interessiert, kann sich unter der Telefonnummer 0831/23705 informieren.

Eva Dörr-Schratt

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