Azubi-Austauschprogramm

Indien trifft Allgäu

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Mit einem Tänzchen à la Bollywood brachten die sechs indischen Austauschjugendlichen auch die deutschen Azubis in Bewegung.

Ein bisschen hat es schon etwas vom Sprung ins kalte Wasser, das Azubi-Austauschprogramm von terre des hommes (tdh) und Dachser: Anfang März diesen Jahres hatten fünf Dachser-Azubis zwei Wochen lang Indien besucht – oder besser gesagt erfahren.

Denn an den Stationen Mumbai, New Delhi, Lucknow, Gorakhpur, Kushinagar, Varanasi und Mirzapur lernten sie nicht nur viele Menschen kennen und schätzen, sondern hautnah auch Dinge wie das Leben im Slum, wo sie auf Tischtennisplatten schliefen und auch lernten, dass Slum nicht gleich Slum ist. Sie besuchten erfolgreiche Graswurzel-Projekte, die ihr Arbeitgeber mit tdh seit über zehn Jahren unterstützt und erlebten, was echte Gastfreundschaft bedeutet, denn die Familien, bei denen sie übernachteten, überließen den Gästen nicht nur ihre eigenen Betten, sondern teilten auch das Wenige, das sie besaßen mit ihnen. 

Noch immer voller Begeisterung und Faszination erzählten die Azubis, die vor der Reise gut darauf vorbereitet worden waren, vom anfangs schon auch Kulturschock, aber auch von der menschlichen Wärme und beeindruckenden Aktivitäten, die indische Jugendliche mit geduldiger Hartnäckigkeit unternehmen, um die Probleme ihres Landes zu lösen.

Passend zur Aktionswoche „So geht Heimat“, die Indien und das Allgäu aus vielen Blickwinkeln verbindet, haben sechs Jugendliche aus Indien zum Gegenbesuch die Reise nach Deutschland angetreten, darunter vier aus der untersten Kaste der Dalit (Unberührbare), für die eine solche Reise normalerweise im Bereich der Utopie liegt, selbst wenn der aktuell gewählte Präsident dieser Kaste entstammt und hoffen lässt. Auch dass es keine Berührungsängste innerhalb der kleinen Reisegruppe gibt, in der unter anderem auch eine Teilnehmerin aus der obersten Kaste der Brahmi stammt, lässt hoffen und zeigt, dass die Einbindung in die an der Basis angesiedelten tdh-Projekte Früchte in vielen Richtungen zu tragen vermag.

Nach Aufenthalten unter anderem an der Ostsee absolvieren die sechs indischen Gäste ein straffes Kultur- und Begegnungsprogramm in Kempten und Umgebung, bevor es am morgigen Samstag wieder zurück in die Heimat geht. Eingebunden waren sie auch bei verschiedenen Veranstaltungen der Aktionswoche.

In einer firmeninternen Veranstaltung haben die beiden Jugendgruppen jeweils von ihren Austauscherfahrungen berichtet sowie gemeinsam in Workshops gesellschaftliche und soziale Fragestellungen diskutiert. Im Dirndl gaben die beiden Azubis Johanna Moosburger und Suzie Raifi den indischen Gästen eine bebilderte Einführung in Allgäuer Traditionen und Kultur. Diese revanchierten sich mit einer fröhlichen Bollywood-Tanzshow, bei der sie die deutschen, im direkte Vergleich des Hüftschwungs zugegebenermaßen etwas hölzern wirkenden Gastgeber, zum Mitmachen aufforderten.

Dass es an diesem Abend indisches Essen gab, zauberte schon bei der Ankündigung Vorfreude in die Gesichter der jungen Gäste.

Christine Tröger

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