Zweifel an der Richtigkeit

Das ist nicht neu: Wenn ein Sendemast errichtet werden soll, dessen Auswirkungen auf die Umwelt nicht genau zu definieren sind, steht die davon betroffene Bevölkerung dem Ganzen auf alle Fälle erst einmal skeptisch gegenüber. Auch in Rohrdorf liegen da die Verhältnisse nicht anders. Auf der Adelegg, 1000 Meter von Rohrdorf entfernt und 600 Meter vom Hofgut Herrenberg, soll ein 40 bis 50 Meter hoher TETRA–Funkmast gebaut werden. Die Reichweite des Senders liegt bei rund 30 Kilometern.

Das TETRA –Funksystem soll nach offiziellen Angaben weniger schädlich sein als herkömmliche Mobilfunksender. Das trifft aber nur auf die thermische Belastung – das Maß der Gewebeerwärmung durch Absorption von Mikrowellenstrahlung – zu. Ansonsten handelt es sich um eine der aggressivsten Arten von Funkstrahlungen, die es gibt. Die digital gepulsten Sendeimpulse liegen nach Untersuchungen auch in England im selben Frequenzbereich wie die elektro-biologischen Signale lebender Organismen und stören diese. Biologische Systeme reagieren viel empfindlicher auf digitale als auf analoge Sendeimpulse. Zum Thema der geplanten Installation des Funkmastes waren rund 120 interessierte und beunruhigte Bürger in den Saal nach Rohrdorf gekommen und wurden von Dr. Martin Kern und Dr. Wolf-Dieter Storl über die Begleitumstände informiert. Abgesehen von der Höhe des Mastes und seine Einflüsse auf das Landschaftsbild – daran könnte man sich ja eventuell noch gewöhnen wie an viele Bauten im Allgäu – ist die Nähe zur bewirtschafteten Alpe Adelegg und den in den Sommermonaten dort grasenden Tieren wirklich eine gründliche Überlegung wert. Angst vor Krankheiten Schon jetzt haben 13 von 15 Landwirten beim Pächter Oliver Post angekündigt, aus Furcht vor Krankheiten bei den 14o Tieren dieser Weidegenossenschaft kein Pensionsvieh auf diese Weide treiben zu wollen, wenn dort der Mast errichtet wird. Eine Unterschriftenliste sollte deutlich machen, wie sehr den Anliegern und Betroffenen an einer Verlegung dieses Funkmastes gelegen ist. Das ein neues Funksystem eingeführt werden muss, wurde trotzdem deutlich gemacht. Eine Verlegung in ein Waldgebiet, möglichst weit von bewohnten und bewirtschafteten Flächen entfernt, erscheint dringend notwendig. Schon vor dreißig Jahren ist es gelungen, einen Funkmast an dieser Stelle zu verhindern und auch jetzt sollte im heutigen Landschaft- und Vogelschutzgebiet entschieden umweltbewusster vorgegangen werden. Wenn man sieht, welche Auflagen die Forst- und Landwirte durch die Schutzgebiete in diesem Gebiet sowieso schon haben, ist das logisch nachvollziehbar. Bei der Versammlung wurde deutlich gemacht, dass mit weiteren Einwänden gegen den geplanten Standort des Digital-Funksystems zu rechnen sein wird.

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