Es tut sich was

In der  zweiten Stadtteilbeiratssitzung "Soziale Stadt" - Kempten Ost wurden viele Projekte vorgestellt

+
Jan Damlos (l.) und Max Erhardt (r.) sind die Köpfe hinter dem neuen Quartiersmanagement Kempten Ost. Gemeinsam mit Sprecher Wolf-Christian Vetter (M.) betreiben sie die neuen Stadtteilbüros „Auf dem Bühl“ und „Auf dem Lindenberg“ und haben ein Ohr für die Belange der Bürger.

Kempten – Sankt Mang und Thingers haben gute Erfahrung gemacht und nun werden Stadtteile im Kemptener Osten vom Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“ profitieren und ihre Bürger einladen, aktiv an der Umgestaltung ihrer Quartiere mitzuwirken.

Mit dem Programm „Soziale Stadt“ unterstützt Bund und Land die Stabilisierung und Aufwertung städtebaulich, wirtschaftlich, sozial benachteiligter und strukturschwacher Stadtteile. Nach den erfolgreichen Programmen in Thingers-Nord (1999 - 2010) und in Sankt Mang (seit 2005) strebt die Stadt Kempten nun eine Aufwertung der Wohngebiete Auf dem Bühl, Auf dem Lindenberg und Augartenweg/Füssener Straße an. Seit 2017 wurden deshalb „Vorbereitende Untersuchungen“ und Bürgerbefragungen durchgeführt. 

Im vergangen Jahr wurde ein Stadtteilbeirat ins Leben gerufen und ein Quartiersmanagement vor Ort implementiert. Am vergangenen Dienstag Abend trafen sich die Verantwortlichen zur zweiten Stadtteilbeiratssitzung im Pfarrheim St. Ludwig.

Noch kein Logo
 
Zu Beginn sprach der Leiter des Amtes für Jugendarbeit Oliver Huber zu den rund 30 versammelten Bürgern und Verantwortlichen. Dabei skizzierte Huber die baulichen Veränderungen der nahen Zukunft im Quartier. Es ist geplant 2022 mit der Sanierung der Grundschule Lindenberg zu beginnen, ein Jahr später soll die Mittelschule folgen. Das Vorhaben ist mit rund 1,63 Millionen Euro bereits im Haushalt eingeplant. 

Die beiden Schulen werden zudem eine neue Zweifach-Sporthalle erhalten. Die bestehende alte Halle wird zu einem Jugendzentrum umgebaut. „Das wird etwas ganz Einzigartiges in Bayern“, so Oliver Huber. Als zweiter Redner folgte Stadtrat Siegfried Oberdörfer (SPD), der die beiden vorangegangenen Programme im Thingers und in Sankt Mang aktiv begleitet hatte. Oberdörfer betonte, wie wichtig es sei, die Bürger an allen Entscheidungsprozessen zu beteiligen und stets die Wohnungsbaugesellschaften mit im Boot zu haben. „Nachhaltigkeit und Geduld sind wichtig“, sagte Oberdörfer. Nach den Ausführungen der Gastredner übernahmen Jan Dalmos und Max Erhardt vom Quartiersmanagement die Moderation der Stadtteilbeiratssitzung. 

Erster Tagesordnungspunkt war die Vorstellung eines Logoentwurfes. Dieser vermochte aber niemanden so recht zu überzeugen. Eine Werbeagentur hatte sich als Symbol auf einen römischen Streithelm festgelegt, was den meisten Anwesenden nicht gefiel. „Zu martialisch, zu militärisch, zu viel ‚Römer‘“, so die Meinung der Mehrheit. Franz-Josef Natterer-Babych schlug vor, auf Logoentürfe von Schülern der Lindenbergschule zurückzugreifen, die bereits prämiert worden waren. Die beiden Quartiersmanager entschieden die Logowahl zu vertagen.

Miniladen für den Bühl
Erfreulicheres gab es zum geplanten Miniladen „Auf dem Bühl“ zu verkünden. Die Betreiberin eines ansässigen Getränkemarktes zeige ihre grundsätzliche Bereitschaft ihr Ladengeschäft mit einem Miniladen zu verbinden. Geplant ist eine Sortimentserweiterung um Produkte des täglichen Bedarfs wie es im Vorzeigeprojekt „Im Oberösch“ in Sankt Mang gelungen ist. „Am Anfang war es schwierig die Anwohner vom Miniladen zu überzeugen, aber nachdem Zeitschriften, eine Lottoannahmestelle und eine Fleischtheke mit integriert wurden, läuft der Laden“, berichtete Oberdörfer. Wolf-Christian Vetter, Sprecher des Quartiermanagements schlug vor, beim Bundesfreiwilligendienst nachzufragen, ob die Schaffung von ein oder zwei Praktikantenplätzen im Miniladen zu realisieren sei. „Wir haben viele Anwohner im Quartier, die schlecht zu Fuss sind. Für diese könnten wir mit Praktikanten einen Lieferservice etablieren“, so Vetter. Andere Anwesende schlugen vor auch ein Foodsharing zu praktizieren. Zeitnah werde man sich mit der Ladenbetreiberin, dem Leiter des Miniladens Oberösch und dem Amt für Stadtentwicklung treffen, um die Sache voranzubringen, so Quartiersmanager Max Erhardt.

Viele Projekte

Ebenfalls Thema war die Vorstellung einer Wohnungsnotfallstelle vor Ort in der Reinhartser Straße 8, die im März eröffnet wird. Das Büro, das von der Stadt Kempten und der BSG-Allgäu betrieben wird, soll Anlaufstelle für Menschen werden, die von Wohnungsnot betroffen sind. Im Anschluss wurde aus den einzelnen Arbeitskreisen berichtet und Katerina Wiedemannn vom Amt für Jugendarbeit stellte Jugendprojekte aus dem Förderprogramm „JUSTiQ – Jugend stärken im Quartier“, wie Schwimm- und Kochkurse, das Erstellen von Chilloasen im APC, ein Graffiti-Projekt und die Produktion eines Imagefilms mit Jugendlichen aus den betroffenen Quartieren, vor. Das Stadtteilfest ist für den 16. Mai geplant. Als Location wurde hierfür der Engelhaldepark ausgewählt, da an diesem Tag die Besucher auch den Kletterturm und die Kneippanlage aktiv benutzen können. Für Interessierte wird ein Shuttle-Service aus den Quartieren organisiert.

Zum 4. Februar wird die neue interaktive Homepage freigeschaltet. Dort können sich interessierte BürgerInnen einloggen, sich aktiv mit anderen BürgerInnen austauschen und sich über den neuesten Stand ihres Quartierförderprogramms „Soziale Stadt“ informieren.


Jörg Spielberg

Auch interessant

Meistgelesen

Hallo Kempten! Wir sind die neuen Babys!
Hallo Kempten! Wir sind die neuen Babys!
Verspätete Frühjahrsvollversammlung des SJR blickt trotz unruhiger Zeiten zuversichtlich in die Zukunft
Verspätete Frühjahrsvollversammlung des SJR blickt trotz unruhiger Zeiten zuversichtlich in die Zukunft
Ein bisschen Öko, viel Smart City
Ein bisschen Öko, viel Smart City
Von der Tierzuchthalle zum Kulturquartier und neuem Szene-Treffpunkt?
Von der Tierzuchthalle zum Kulturquartier und neuem Szene-Treffpunkt?

Kommentare