0,09 Euro für drei Kopien – Erstaunen über FUN-Jahresabschluss

Ein echter Glückspilz ist er, der gute ödp-Stadtrat Wolfgang Buttner. Einer mit dem Gespür fürs Besondere. Allemal wenn es darum geht, im Rechnungsprüfungsausschuss den FUN-Jahresabschluss auf Herz und Nieren zu prüfen. Weil man nicht alle Belege in Augenschein nehmen kann, darf auch Buttner mal in die Trommel greifen. Und siehe da: Er fischt doch tatsächlich die Rechnung mit dem höchsten und die mit dem niedrigsten Betrag heraus: 0,09 Euro.

Das Schmunzeln konnte sich Buttner nicht ganz verkneifen, als er am Mittwoch mit dieser Anekdote im Stadtrat aufwartete. Es ist nun mal so, dass, wie in diesem Fall, selbst drei Kopien in Rechnung gestellt werden können. Etwa wenn sie in einem der zahlreichen Referate für einen Eigenbetrieb wie „ Freizeit, Unterhaltung, Nutzungsmanagement“, kurz FUN, angefertigt werden. Die 0,09 Euro vor Augen fragt sich Glückspilz Wolfgang Buttner: „Jetzt wüsste ich doch gerne, was die Erstellung dieser Rechnung gekostet hat.“ Mit dieser Frage aber beendete Buttner seine Glückssträhne abrupt, die Antwort blieb man ihm schuldig. Was auch nicht weiter verwundert, hatte doch der Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, Dieter Völkel (SPD), kurz zuvor das Ergebnis der FUN-Jahresabschlusses verlesen: Bei 586270 Euro in Aktiva und Passiva schrieb der in 2007 gegründete Eigenbetrieb im vergangenen Jahr einen Verlust von 593285 Euro. „Da muss man sich schon fragen, ob es sinnvoll ist, so eine Einrichtung zu betreiben“, lautete die kritische Randbemerkung von Axel Flörke (UBV). „Dieses Defizit ist eine Leistung für die Bürger“, hielt OB Ingo Lehmann (SPD) dagegen, allein 337000 Euro resultierten aus dem Betrieb des Stadttheaters. Mit FUN, das sich inzwischen um 20 städtische Gebäude und Räumlichkeiten kümmert, sei die Stadt viel schlagkräftiger geworden. Die Vermarktung aller Veranstaltungsstätten befinde sich jetzt in einer Hand, zudem wirkten sich Synergieeffekte positiv aus. Christoph Jell (UBV) konnte dem Negativen durchaus Positives abgewinnen: „Jetzt sieht man wenigstens, wo unser Geld hingeht.“ Früher sei alles auf die Referate verteilt gewesen. Letztlich nahm FUN-Leiter Anton Sirch das Plenum noch mit auf einen kurzen Mathematik-Exkurs: „Die Bündelung lauter defizitärer Einrichtungen führt nicht automatisch zu Gewinnen.“

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