Bildband in Arbeit:

Wie hat Herkomer wirklich gemalt?

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Hartfrid Neunzert stellt am 31. März seinen Bildband „Herkomer – Meisterwerke im Großformat“ vor

Landsberg – Viel ist derzeit von der Gestaltung des Herkomer-Museums die Rede. Mit einem ganz anderen Projekt möchte der ehemalige Leiter des Neuen Stadtmuseums Hartfrid Neunzert die Bekanntheit des in Waal geborenen Künstlers erhöhen: einem aufwändig gestalteten Bildband.

„So ein innovativer Mensch wie Herkomer müsste eigentlich ein e-book bekommem“, schmunzelt Hartfrid Neunzert im Gespräch mit dem KREISBOTEN. Doch die Darstellung der Bilder sei qualitativ „nicht das, was ich mir vorgenommen habe“. So bleibt es bei seinem Plan, die Gemälde des Malerfürsten in einem exklusiven Bildband darzustellen, im Großformat, das erlaubt, einige Werke sogar in Originalgröße abzudrucken.

Dazu knapp gehaltene Texte in Deutsch und Englisch, die das Betrachten der Bilder unterstützen. Zur Übersetzung liefert Hartfrid Neunzert gleich eine besondere Geschichte: Vor einigen Jahren führte er zwei Besucherinnen durch das Herkomer-Anwesen, von denen eine ganz besonderes Interesse gezeigt habe. Auf Nachfrage erzählte sie ihm, ihr Großvater und – ungewöhnlich für diese Zeit und eigentlich auch für die Persönlichkeit Herkomers – auch ihre Großmutter hätten die Herkomer-Art-Academy besucht. Nun stammen die englischen Übersetzungen aus der Feder der Besucherin und Enkelin der Herkomer-Studenten.

In Vergessenheit geraten

Hubert von Herkomer, der zu Lebzeiten den Aufstieg vom einfachen Handwerkersohn zum anerkannten Kunstprofessor und berühmten und gefragten Maler vollzogen hat, ist nahezu in Vergessenheit geraten. In England wegen seiner deutschen Herkunft während und nach dem ersten Weltkrieg ins Abseits geraten, in Deutschland durch seine eher spärlichen Aufenthalte nicht wirklich bekannt geworden.

Dabei könnte man Herkomer, Pendler zwischen Deutschland, England und Amerika als Weltbürger bezeichnen, als Fortschrittsgläubigen, der schon früh eine starke Affinität zu technischen Neuerungen zeigte. „Mir ist es wichtig, einem großen Maler die Unterstützung zu gewähren, die er heute, 100 Jahre nach seinem Tod, braucht, um nicht vergessen zu werden, betont Hartfrid Neunzert: „Gerade für uns in Landsberg ist es wichtig zu sehen wie Herkomer wirklich gemalt hat.“ Er hofft, dass sein Engagement auch andere dazu animiert, sich mit dem Künstler zu beschäftigen und dessen Bekanntheit zu mehren.

Ein Schritt ist die Neugestaltung des Herkomermuseums, in dem Neunzerts Bildband auch zu erwerben sein wird, ebenso wie im Neuen Stadtmuseum. Der Bildband „Herkomer, Meisterwerke im Großformat“ erscheint am 31. März – genau am Todestag Hubert von Herkomers, im Imhof-Verlag.

Einen Überblick über Leben und Werk Hubert von Herkomers gibt Hartfrid Neunzert im Rahmen eines Vortrags mit Musikbegleitung am Sonntag, 26. Januar um 18 Uhr im evangelischen Gemeindehaus, Von-Kühlmann-Straße 39.

Patricia Eckstein

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