Rekordbesuch beim PULS Open Air Festival

12.000 Musikfans feierten friedlich auf Schloss Kaltenberg

1 von 33
Fröhlich, friedlich und laut verlief das vierte PULS Open Air Festival des Bayerischen Rundfunks auf Schloss Kaltenberg. 12.000 Fans kamen zu den Live-Auftritten von 60 Gruppen und Künstlern.
2 von 33
Fröhlich, friedlich und laut verlief das vierte PULS Open Air Festival des Bayerischen Rundfunks auf Schloss Kaltenberg. 12.000 Fans kamen zu den Live-Auftritten von 60 Gruppen und Künstlern.
3 von 33
Fröhlich, friedlich und laut verlief das vierte PULS Open Air Festival des Bayerischen Rundfunks auf Schloss Kaltenberg. 12.000 Fans kamen zu den Live-Auftritten von 60 Gruppen und Künstlern.
4 von 33
Fröhlich, friedlich und laut verlief das vierte PULS Open Air Festival des Bayerischen Rundfunks auf Schloss Kaltenberg. 12.000 Fans kamen zu den Live-Auftritten von 60 Gruppen und Künstlern.
5 von 33
Fröhlich, friedlich und laut verlief das vierte PULS Open Air Festival des Bayerischen Rundfunks auf Schloss Kaltenberg. 12.000 Fans kamen zu den Live-Auftritten von 60 Gruppen und Künstlern.
6 von 33
Fröhlich, friedlich und laut verlief das vierte PULS Open Air Festival des Bayerischen Rundfunks auf Schloss Kaltenberg. 12.000 Fans kamen zu den Live-Auftritten von 60 Gruppen und Künstlern.
7 von 33
Fröhlich, friedlich und laut verlief das vierte PULS Open Air Festival des Bayerischen Rundfunks auf Schloss Kaltenberg. 12.000 Fans kamen zu den Live-Auftritten von 60 Gruppen und Künstlern.
8 von 33
Fröhlich, friedlich und laut verlief das vierte PULS Open Air Festival des Bayerischen Rundfunks auf Schloss Kaltenberg. 12.000 Fans kamen zu den Live-Auftritten von 60 Gruppen und Künstlern.

Kaltenberg – Der bei jungen Musikfans begehrteste Campingplatz Deutschlands war wieder einmal die riesige Parkplatzwiese vor Schloss Kaltenberg. Tausende von Anhängern des „PULS Open Air Festivals“ vom Bayerischen Rundfunk nächtigten hier, um dem lautstarken Geschehen ganz nahe zu sein.

Zusammen mit den Tagesticket-Käufern konnten die Veranstalter diesmal die Rekordbesucherzahl von 12.000 vermelden. Bei der vierten Auflage des Kultfestivals bespielten mehr als 60 Gruppen, Künstlerinnen und Künstler die fünf Bühnen in dem idyllischen Schlossgelände. Bis in die frühen Morgenstunden tanzten und feierten die Fans zwischen mittelalterlichen Spitztürmen in der Ritter-Arena, in der urigen Räuberhöhle oder auf dem neuen elektronischen Floor „Burghain“ unter freiem Himmel.

PULS, das junge Programm des Bayerischen Rundfunks weit abseits des Mainstreams, bot erstmals ein ausgeglichenes Line-up auf: Der Anteil an Musik-Acts mit weiblicher Beteiligung lag über 50 Prozent und ging von den regionalen Newcomerinnen Cosma Joy bis zu den elektrisierenden Londonerinnen von Dream Wife.

Eines der umjubelten Highlights neben Nura und Blood Red Shoes war der heiß erwartete Auftritt der deutschen Durchstarterband AnnenMayKantereit in der proppenvollen Arena, wo sonst die Ritter Schwerter und Fäuste schwingen. Keine deutsche Band hat in den vergangenen Jahren einen solch explosionsartigen Aufstieg hingelegt: Von der Straßenmusik über YouTube direkt in den Pop-Himmel. Mit „Alles nix Konkretes“ schaffte es das Kölner Quartett mit dem sperrigen Namen direkt auf Platz 1 in den Charts. Der Beifall zeigte, dass die Gruppe neben ihren zwischenmenschlichen Songs auch mit ihren neuen politischen und sozialkritischen Themen ankommt.

Dabei sind die Lieder sicherlich nur ein Grund für den Erfolg der Kölner. Der zweite ist die unverwechselbare Stimme des Leadsängers Henning May. Obwohl der Jahrgang 92 ist, würde man seine Stimme eher einem Mittfünfziger mit jahrelangem Whiskey- und Zigarettengenuss zuordnen.

Dass AnnenMayKantereit unbestritten zu den Highlights des letzten Abends gehörten, zeigte sich schon eine Stunde vor Beginn ihres Auftritts. Standen die Massen eben noch an den Essensständen Schlange, räkelten sich in den Hängematten oder machten es sich an einem der vielen Lagerfeuer gemütlich, wurde es auf einmal recht leer auf dem Schlossgelände. Die Massen strömten in die Arena und sicherten sich die besten Plätze vor der Bühne.

Um 22.30 Uhr war es dann soweit. Kaum dass der Leadsänger Henning May mit seiner unverwechselbaren Stimme das Lied „Marie“ angestimmt hatte, tobten die Zuschauer. Auf der Tribüne hielt es niemanden mehr auf den Sitzplätzen. Eineinhalbstunden wurde zu vollen Bässen und Liedern wie „Ich geh‘ heut nicht mehr tanzen“ gefeiert oder zu „Barfuß am Klavier“ verträumt mitgeschwoft. Mit Liedzeilen wie „Und dann denk ich, dass es vielleicht, vielleicht für immer so bleibt“ haben es die Musiker zudem geschafft, ein Gefühl, das wohl viele Festival-Besucher hatten, perfekt zu beschreiben.

Eine kleine Überraschung gab es ebenfalls. Nachdem die Band sich eigentlich schon verabschiedet hatte, tauchten die Jungs auf einmal am oberen Rand der Tribüne auf und spielten einen Song umringt von den Fans.

Neben der Musik wurde auch das Rahmenprogramm vom vornehmlich jungen Publikum bestens angenommen – ob das Entstehen einer Radiosendung oder Workshops zu „Fair Fashion“ und „Plastikfrei leben“. Erstmals wurden mehrere Live-Podcasts vor Ort mit Publikum aufgezeichnet, die im BR Podcast-Center abrufbar sind. Neu war auch erstmals die Barrierefreiheit für Besucher mit Behinderung auf dem gesamten Festivalgelände. Zudem wurden 20 Konzerte live auf der Bühne von der deutschlandweit bekannten Gebärdendolmetscherin Laura Schwengber übersetzt und betanzt. Alle Highlights kann man übrigens nochmals erleben: Im Netz, im Radio und ab 27. Juni jeden Donnerstag um 23.50 im Bayerischen Fernsehen.

Und zwischendurch „Party über alles“. Viele der jungen PULS-Stammgäste oder -Cliquen befolgen inzwischen einen verrückten Dresscode. Wie bei einem Sommer-Karneval marschierten sie möglichst originell gewandet durch das Gelände. Viele mit Rucksäcken und sinnfreien Sprüchen wie „Brezn, Leben, Tanzen, Senf“. Ein junges Paar bot auf einem Pappschild eine „kostenlose Umarmung“ an.

Da staunten auch die Nachbarn aus Kaltenberg. Für die Einheimischen gab es wie immer Freikarten als Entschädigung für eventuellen Musiklärm, wenn der Wind ungünstig in die Gemeinde weht. Die ursprüngliche Aufregung über das Musikfestival hat sich inzwischen längst gelegt und die Geltendorfer finden es mehrheitlich gut, dass hier der Jugend ein Programm geboten wird, wo es sich friedlich und fröhlich austoben kann.

Das Puls Open Air Festival findet im kommenden Jahr am 5. und 6. Juni statt. Der Early-Bird-Ticketverkauf hat bereits begonnen.

Dieter Roettig/Stephanie Novy

Auch interessant

Meistgelesen

Reichlinger Dirigent Lars Scharding und die 25-Kilo-Wette
Reichlinger Dirigent Lars Scharding und die 25-Kilo-Wette
Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Dießens Marienmünster feiert den 280. Geburtstag mit viel Programm
Dießens Marienmünster feiert den 280. Geburtstag mit viel Programm
Hans und der Riesenbovist aus dem Lechrain
Hans und der Riesenbovist aus dem Lechrain

Kommentare