Lucia macht ihren Weg

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Lucia aus dem SOS-Kinderdorf startet am 1. September ihre Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin in der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth.

Dießen – Sie hat ein „komisches Gefühl im Bauch“. Und sie wird sie vermissen – ihre SOS-Kinderdorffamilie, ihre Freunde. Aber Lucia freut sich auch auf die Zukunft. Denn die frisch gebackene Altenpflegehelferin zieht jetzt nach Hohenroth, um in der dortigen SOS-Wohngemeinschaft ihre Ausbildung zum Heilerziehungspfleger zu beginnen. Die Bewohner dort erwarten die 17-Jährige bereits sehnlichst und ihre SOS-Kinderdorfmutter Cornelia Horn hofft, dass Lucia ihren Weg weiter „so gut macht wie bisher“.

Vor acht Jahren kam Lucia ins SOS-Kinderdorf nach Dießen – zunächst in die Familienaktivierenden Hilfen, ab 2009 in die SOS-Kinderdorffamilie Horn. Dort herrscht eine „sehr familiäre Atmosphäre“: Sonntags wird stets zusammen gegessen, abends erzählen die Kinder ihre Erlebnisse, es gibt viele gemeinsame Unternehmungen. Das wird Lucia ebenso vermissen wie ihre Zimmergenossin Santana und vor allem Peter Horn, zu dem sie eine enge Vater-Tochter-Beziehung aufgebaut hat. 

Er hatte die Jugendliche auch bei ihrer ersten Ausbildung unterstützt, sie regelmäßig in die Berufsschule nach Landsberg gefahren, weil die Busverbindung dorthin so schlecht ist. Denn Lucia – das stellte sich nach verschiedenen Praktika schnell heraus – wollte unbedingt in die Altenpflege. 

Dankbar und nett 

Ihr fällt es leicht, Kontakt zu den Senioren aufzubauen, sie zum Lachen zu bringen. Außerdem sind sie „so dankbar, wenn man nett zu ihnen ist“, sagt Lucia. Die Jugendliche hat sich deshalb auch während der einjährigen Ausbildung „nicht ein einziges Mal beklagt“ – und wäre von der AWO in Dießen gerne übernommen worden, freut sich SOS-Kinderdorfmutter Horn. 

Doch die vielen Todesfälle und die Trauer der Angehörigen machten Lucia zu schaffen. Deshalb brachten ihre Kinderdorfmutter und der Kinderdorfleiter die Dorfgemeinschaft Hohenroth ins Spiel und Lucia war nach einem zweiwöchigen Praktikum in den Osterferien total begeistert. Die Bewohner schlossen sie sofort ins Herz, benannten sogar ein Kälbchen nach ihr und rufen seitdem immer wieder in Dießen an. 

Außerdem soll sie dort nicht nur in einer Wohngruppe für Menschen mit Behinderung sowie in einer Werkstatt tätig werden, sondern auch eine Gruppe für ältere Bewohner leiten, in der sie ihre Erfahrungen aus der Altenpflege mit einbringen kann. Läuft alles wie geplant, ist sie in drei Jahren dann auch Heilerziehungspflegerin. 

Jetzt ist die Ausstattung für das Ein-Zimmer-Appartement in Hohenroth schon gekauft, wird Peter Horn ihr beim Umzug helfen. Den Kontakt zu Dießen will Lucia jedoch nicht abbrechen: In den Herbstferien werden Cornelia und Peter Horn sie besuchen, Weihnachten will sie den knapp vierstündigen Weg ins SOS-Kinderdorf auf sich nehmen. Und vielleicht, meint Lucia, „komme ich ja nach der Ausbildung wieder hierher zurück“.

Daniela Hollrotter

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