Der bunte Reischer Talweg

2.000-Marke geknackt: Landsbergs Schlange aus Stein

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Kunterbunte Steingrüße an die Vorbeigehenden sendet die Landsberger Steinschlange auf dem Reischer Talweg.
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Kunterbunte Steingrüße an die Vorbeigehenden sendet die Landsberger Steinschlange auf dem Reischer Talweg.
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Kunterbunte Steingrüße an die Vorbeigehenden sendet die Landsberger Steinschlange auf dem Reischer Talweg.
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Kunterbunte Steingrüße an die Vorbeigehenden sendet die Landsberger Steinschlange auf dem Reischer Talweg.
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Kunterbunte Steingrüße an die Vorbeigehenden sendet die Landsberger Steinschlange auf dem Reischer Talweg.
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Kunterbunte Steingrüße an die Vorbeigehenden sendet die Landsberger Steinschlange auf dem Reischer Talweg.
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Kunterbunte Steingrüße an die Vorbeigehenden sendet die Landsberger Steinschlange auf dem Reischer Talweg.
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Kunterbunte Steingrüße an die Vorbeigehenden sendet die Landsberger Steinschlange auf dem Reischer Talweg.

Landsberg – Von der Landsberger Seite aus sind es schon über 2.000. Und auch aus Reisch schlängeln sich schon rund 500 Steine auf dem Reischer Talweg der Kreisstadt entgegen. Die Anleitung zur Steinschlange – ein Zettel in Klarsichtfolie am Landsberger Anfang – ist dabei schon kaum mehr zu lesen. Die Idee, die von der im Landsberger Osten wohnenden Sabina Balta am 1. April mit fünf Steinen gestartet wurde, ist inzwischen enorm gewachsen. Und schon zu einer Landsberger Sehenswürdigkeit geworden.

Viele Radfahrer sind unterwegs, steigen ab, schauen sich einzelne Steine an, fotografieren. Kinder laufen an der Schlange entlang bis zum Ende und legen neue Steine an, auch Erwachsene bauen mit. Was entsteht, ist ein kunterbunter Mix: feinziselierte Kunstwerke wie Landschaften, Schmalz- oder Mutterturm oder das Rathaus; comicartige Gesichter; paillettenglitzernde Tiere; Steine mit Loch als Blumenvasen; oder auch ganz ‚nackte‘ Steinen. Und weil viele Kinder mitmachen, schreiben die auch Botschaften an ihre Freunde: „Ich vermisse euch sooooooo sehr!“, ist auf einer Kachel zu lesen.

„Wir lieben Steine“, sagt Balta, die am 1. April mit ihren beiden Kindern und fünf selbstbemalten Steinen die Aktion gestartet hat. Unter anderem auch, weil die beiden, vier und sieben Jahre alt, so wie alle Kinder zuhause bleiben müssen und ihre Freunde nicht mehr sehen können. Denn jetzt malen die Freunde Steine zuhause an und schicken ein Foto von dem Stein, den sie angelegt haben – ein Gruß über die Straße. „Auch mein Bruder aus Lechfeld legt manchmal einen Stein als Gruß für uns hin“, erzählt die Initiatorin. Er habe inzwischen in Lechfeld auch eine Steinschlange gestartet.

Aber nicht nur in Lechfeld, auch an anderen Orten im Landkreis kriechen die Steinschlangen die Wege entlang. Zum Beispiel in Hurlach oder auch im Landsberger Westen. „Ich finde es toll, was aus dieser Idee inzwischen geworden ist“, freut sich Balta.

Manche Spaziergänger würden zwei Steine mitnehmen, einen am Landsberger Ende ablegen, nach Reisch laufen und dort den zweiten deponieren. Viele legten Steine ab, um dort auch beispielsweise die Großeltern zu grüßen, die Kinder momentan nicht besuchen dürfen. Und auch die Feuerwehr hat mitgemacht: „Der Stein 939 kommt von der Landsberger Feuerwehr“, sagt Balta.

Die Landsbergerin fügt auch immer mal wieder Zählsteine ein. „Bei den ersten 100, 200 Steinen haben wir uns schon gefreut wie Schnitzel“, lacht sie. Der 300-Stein ist jetzt noch zu sehen. Oder auch das kunterbunte „Landsberg 1300“. Um genau zu wissen, wo sie stehengeblieben ist, fotografiert Balta auch immer den letzten Stein in der Schlange. „Pro Wochenende kommen da gut 200 neue Steine dazu.“ Ob die Schlangenenden sich treffen werden? „Mal sehen. Jetzt kommen ja bald die Pfingstferien.“

Wenn sie an der Schlange entlanglaufe, sei das ein bisschen wie Zuhören, meint Balta: „Jeder erzählt mit seinem Stein ja auch, wie es ihm gerade geht. Da ist jeder mit dem Herzen dabei.“ Es seien Geschichten, die sie rührten, denn in jedem Stein, ob bemalt oder unbemalt, könne man eben auch sehen, wie sehr den Menschen die anderen Menschen fehlten.
Susanne Greiner

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