Ein Reinfall ist genug:

Magic Lake Festival sagt "Adieu Ammersee!"

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Viele Dießener kamen 2017 aus Neugier zum Festivalgelände in die Seeanlagen, fanden aber wegen der hohen Eintrittspreise nicht den Weg zum Kassenwagen (rechts). Die Security-Leute am Eingang standen sich die Beine in den Bauch.

Dießen – Die Spatzen pfiffen es schon von Dießens Dächern: Das Magic Lake Festival wird wohl nicht mehr am Ammersee stattfinden. Wie mehrfach berichtet, ging die Premiere im vergangenen Jahr gehörig in die Hose, weil trotz liebevoller Gestaltung einfach zu wenig Besucher den Weg in die Seeanlagen fanden. Ein Grund waren sicherlich die hohen Eintrittspreise und das Musikprogramm, das für viele nicht attraktiv genug war. Jetzt kam von den Veranstaltern via facebook die offizielle Bestätigung für das Aus am Ammersee.

Auf der Magic Lake-facebook-Seite vermelden Tom Bohn und Jürgen Farenholtz nicht nur das Ende des Festivals in Dießen, sondern 2019 eine Wiedergeburt „an einem Festivalort, wo das Wohlwollen für solche Veranstaltungen ausgeprägter ist.“ Und weiter heißt es, dass Magic Lake „vermutlich 2019 als Kulturfestival gar nicht weit weg vom Ammersee zurückkommt. In umfangreicherer Besetzung, aber mit gleich viel Liebe und Leidenschaft“.

Bei den Vorbereitungen im vergangenen Jahr hatten die Veranstalter hinter vorgehaltener Hand auch die lokale Presse bezichtigt, teilweise Mitschuld am Misserfolg des Festivals zu haben. Dabei hatte ausgerechnet eine Tageszeitung als Medienpartner als erste darüber berichtet, dass der Vorverkauf schon begonnen habe, obwohl das Festival seitens der Marktgemeinde noch nicht genehmigt war.

Knackpunkt war das Sicherheitskonzept, das mehrmals geändert und erweitert werden musste. Trotzdem gibt Festivalveranstalter Tom Bohn dem Geschäftsleiter der Marktgemeinde Dießen, Karl Heinz Springer, nicht die Schuld. Aufgrund der erhöhten Sicherheitsbestimmungen wegen möglicher Terroranschläge seien die strengen Vorgaben eine grundsätzliche Entwicklung, die auch alle anderen Veranstalter einhalten müssen. Allerdings verhehlt Tom Bohn nicht seinen Frust darüber, dass es in Dießen Leute gegeben habe, die gegen sein Festival Stimmung gemacht hätten.

Trotz des Defizits 2017 wollten Bohn&Farenholtz in diesem Jahr weitermachen in Dießen, wie sie gleich nach dem Festival-Ende trotzig auf facebook vermeldeten. Aber beruflicher Stress kam wohl dazwischen. Tom Bohn schreibt gerade wieder Drehbücher für neue „Tatort“-Folgen, bei denen er auch Regie führt. Und Jürgen Farenholtz ist in seiner Werbeagentur so eingespannt, dass der seinen Rückzug aus der Festivalleitung in Erwägung zieht.

Parallel zu diesen Überlegungen entwickelten sich Gespräch mit einer anderen Kommune, die am Magic Lake Festival großes Interesse habe. Den Namen hält Bohn noch geheim, aber der Ort sei „nicht weit weg von Dießen“. Es geht also weiter mit dem Magic Lake Festival, nur nicht in der Marktgemeinde.

Damit können wir jene Userin beruhigen, die uns via facebook auf der KREISBOTEN-Seite schrieb: „Könnt ihr mal bitte herausfinden, was jetzt mit dem Magic Lake am Ammersee ist? Ich bekomm von denen keine Antwort, ob das Gerücht stimmt, dass sie den Schwanz einziehen. Obwohl sie immer gesagt haben, dass sie es machen…“ 

Dieter Roettig

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