22-Jährige wütete vor Landsberger Kneipe und in Streifenwagen

Heißblütig fast in den Knast

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Bevor die Landsbergerin mit ihrem damaligen Freund lautstark vor der Bar stritt, hatte sie bereits einiges an Alkohol getrunken.

Landsberg – Weil der Streit mit ihrem damaligen Freund eskalierte, wäre eine 22-jährige Landsbergerin gestern fast ins Gefängnis gewandert. Vor einer Innenstadt-Kneipe hatte sie im Dezember einem einschreitenden Barkeeper ein Zahnstück ausgeschlagen und anschließend massiven Widerstand gegen zwei Polizisten geleistet. Dafür brummte ihr das Landsberger Amtsgericht nun eine Haftstrafe von sieben Monaten auf, allerdings ausgesetzt zur Bewährung.

Schon nach Mitternacht war es, als sich die 22-Jährige und ihr ein Jahr älterer Freund vor der Kneipe lautstark die Meinung sagten. „Wir haben über unsere Probleme gesprochen“, erinnert sich der Mann heute. Vielleicht auch, weil beide aus Italien stammen, wurde das Wortgefecht ein paar Dezibel lauter ausgetragen. Solange, bis es dem Barkeeper zu bunt wurde. Er bat lediglich um etwas Ruhe, wurde dann selbst zur Zielscheibe. Die 22-Jährige hatte gerade ein Parfumfläschchen aus ihrer Tasche gezogen, um ihrem Partner damit eins überzubraten. Weil der Barmitarbeiter aber im Weg stand, bekam dieser den etwa 15 Zentimeter hohen Glas-Flakon mitten ins Gesicht – dort schlug das Fläschchen ein Stück des Schneidezahns aus. „Das ist eine dauerhafte Entstellung“, verdeutlichte Richter Michael Eberle den Ernst der Situation.

Die Angeklagte, die in der Winternacht alkoholisiert gewesen war – 0,79 Promille zeigte der Polizei-Alkotest an – war in der Verhandlung sofort geständig. Ihr Ex-Freund dagegen täuschte zunächst noch Gedächtnislücken vor: Der laute Streit sei ihm noch im Kopf. Auch, dass sich das Paar immer wieder angeschrien habe. Dass der Barkeeper dabei verletzt wurde, wisse er aber nicht mehr. Eberle dazu: „Kommen Sie, der hat ja nicht auf einmal Zahnausfall.“ Am Ende bestätigte auch der 23-Jährige den Vorfall.

Anschließend sei der junge Italiener stillschweigend und rauchend vor der Kneipe gestanden, beschrieb vor Gericht der 22-jährige Polizeibeamte, der in der Dezember-Nacht mit seinem Kollegen wegen „randalierender Personen“ zur Bar gerufen wurde. Die betrunkene Frau wollten die Polizisten erst noch mit dem Taxi nach Hause fahren lassen – der ältere der beiden Kollegen machte sich deshalb kurz auf zum Taxistand, während der jüngere die Deutsch-Italienerin in Schach hielt.

Gerade auf dem Weg vom Hauptplatz zurück, musste der Beamte seinem 22-jährigen Kollegen erstmal zur Hilfe eilen. Die Angeklagte hatte nämlich erneut zur Handtasche gegriffen, um ihren Parfum-Flakon zu zücken. Schnell wurde sie daraufhin von ihrem Bewacher in einen Haltegriff befördert. „Das war harte Arbeit“, sagte der junge Polizist vor Gericht. Trotzdem tobte die Frau weiter und zappelte wild, bis sie zu Boden gedrückt und gefesselt wurde.

Die geplante Taxifahrt hatte sich dann erledigt, erstmal sollte die 22-Jährige mit zur Polizeidienststelle fahren. Sie ins Auto zu hieven, war dann die nächste Herausforderung. Erst zappelte sie weiter, dann trat sie einen der Beamten in Richtung seines Schrittes. Und damit immer noch nicht genug: Auf der Dienststelle schließlich mit Hand- und Fußfesseln versehen, setzte sie noch zu einem Wörterschwall aus deutsch-italienischen Beleidigungen an.

Weil sie aber nicht nur alkoholisiert war sondern ansonsten noch keine Eintragungen im Bundeszentralregister hatte, ließ das Gericht Milde walten: Für sieben Monate muss die 22-Jährige ins Gefängnis, begeht sie innerhalb der nächsten zwei Jahre eine Straftat. Außerdem muss sie 1.500 Euro Geldstrafe bezahlen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Marco Tobisch

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