Nach Spritztour mit den Kumpels

Im Ammersee versenkt: Vollcrash mit Papas Motorboot

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Ein Bild, das Bände spricht. Mit voller Wucht ist in der Nacht zum Vatertag das von einem 22-jährigen Riederauer gesteuert Motorboot seiner Eltern in ein vor Riederau liegendes Segelboot gekracht.

Riederau – Die Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen hat ein 22-Jähriger aus Riederau offensichtlich komplett fehlinterpretiert. In der Nacht zum Vatertag schaute er bei einer Spritztour zu tief ins Glas und verursachte mit dem Motorboot seiner Eltern am Dampfersteg vor Riederau einen folgenschweren Unfall,. Und rief damit rund 100 Einsatzkräfte auf den Plan.

Die vergleichsweise laue Mainacht in den Vatertag genoss nicht nur der 22-Jährige in vollen Zügen, sondern auch ein paar Passanten am Riederauer See­ufer. Und die wunderten sich schon sehr, als gegen 1:30 Uhr ein Motorboot am Dampfersteg vorbeifuhr. Mit vollem Karacho durchs Bojenfeld. Kann das gutgehen? Nein. Die Antwort auf die fragenden Blicke der Augen- und Ohrenzeugen folgte auf dem Fuß: ein lauter Knall, wie bei einem Zusammenstoß, danach Hilferufe vom Ammersee. Da muss was Schlimmes passiert sein, nahmen sie an, und alarmierten die Polizei.

Kurze Zeit später, so Polizeisprecher Enrico Schwarze, ging die Nachricht ein, dass ein junger Mann beim Riederauer Segelclub aus dem Wasser kommen würde. Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei waren zu diesem Zeitpunkt bereits vor Ort. Sie versuchten zu klären, was denn da passiert sei. Das gestaltete sich alles andere als einfach, weil der junge Mann „widersprüchliche Angaben“ machte.

Sind noch weitere Personen im Wasser? „Fest stand nur, dass sein Boot gekentert und gesunken war“, berichtet Schwarze. Daher seien „massive Suchmaßnahmen“ mit Feuerwehr, Wasserwacht und Polizeihubschrauber angestoßen worden. Rund 100 Einsatzkräfte taten alles Erdenkliche, um eventuell Menschenleben zu retten. Doch Fehlanzeige, es waren keine weiteren Unfallbeteiligte mehr im oder unter Wasser. Dem erleichterten Aufatmen folgten weitere Ermittlungen. Sie ergaben, dass der 22-Jährige tatsächlich alleine auf dem Boot war.

Erst gegen 7 Uhr gelang es den Wasserwachten, das Boot aus rund 16 Metern Tiefe zu bergen. Es war komplett zerstört, die rechte Bordwand auf der gesamten Länge aufgerissen. Geschätzter Schaden: rund 20.000 Euro. Die Polizei konnte an dem Wrack Spuren sichern, die auf einen Zusammenstoß mit einem weiteren Boot hindeuteten. Die aufmerksamen Wasserwachtler berichteten von einem Segelboot, zu dem diese Spurenlage passen würde. Und tatsächlich fanden sie es. Schwarze: „Auf dem beschädigten Segelboot fand sich sogar noch eine Holzplanke mit Teilkennzeichen des unfallverursachenden Motorbootes.“ Den zusätzlichen Schaden hier schätzt die Polizei auf rund 5.000 Euro.

Auf Spritztour

Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen geht die Polizei davon aus, dass der 22-jährige Riederauer mit zwei Freunden eine Motorboot-Spritztour unternommen hat. Dabei sei auch Alkohol getrunken worden, denn der Bootsführer hatte eine Atemalkoholkonzentration von 1,2 Promille intus. Seine Freunde hatte er zuvor noch abgesetzt, sodass er allein weiter zu seiner Boje fuhr. Dabei übersah er, „vermutlich mangels Licht und der Alkoholeinwirkung“ das andere Segelboot und prallte mit diesem zusammen.

Die Polizei ließ den 22-jährigen vorsorglich ins Landsberger Klinikum bringen. Ihn erwartet nun ein Strafverfahren wegen Gefährdung des Schiffverkehrs.
Toni Schwaiger

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