Sieben Autos und ein Gürtel

Betrunkener demoliert sieben Autos mit dem Gürtel

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Im Vollrausch: Ein 23-Jähriger demolierte nach dem Besuch der Landsberger Wiesn elf Ausstellungsfahrzeuge und wurde jetzt zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Landsberg – Sturzbetrunken kam ein 23-Jähriger Ende März vergangenen Jahres von der Landsberger Wiesn. In der Lechfeldstraße rastete er aus unerfindlichen Gründen aus. Mit einem Ledergürtel traktierte der Mann sieben Fahrzeuge auf dem Gelände eines Autohauses und richtete einen gewaltigen Schaden an. Jetzt stand er wegen Sachbeschädigung vor dem Amtsgericht.

Drei oder vier Maß Bier, eine halbe Flasche Whiskey und diverse „kleine Flaschen“ mit 40-prozentigem Inhalt hatte der Asylbewerber aus dem Iran nach eigenen Angaben an diesem Abend intus. Gegen 23.10 Uhr wurde der 23-Jährige dabei beobachtet, wie er auf die Ausstellungsfahrzeuge eines Auto­hauses einschlug. Ein Zeuge rief die Polizei und machte sich daran, den Randalierer zu verfolgen. Kurz darauf konnte er von einer Streife gestellt und von zwei Zeugen identifiziert werden.

„Er hat die Taten eingeräumt, als wäre es nicht so schlimm“, sagte ein Beamter im Zeugenstand aus. Vernehmungsfähig war der Mann zu dem Zeitpunkt allerdings nicht. Ein Alkoholtest ergab einen Blutalkoholgehalt von 2,16 Promille. Der Angeklagte hatte den Ledergürtel, mit dem er fünf Gebrauchtfahrzeuge, einen Neuwagen und ein Kommissionsfahrzeug beschädigt hatte, um die Hand gewickelt. Die Schnalle war abgebrochen. Die Schäden an den Pkw – Kratzer, Dellen, eingeschlagene Windschutzscheiben – passten zu dem Tatwerkzeug. Der Sachschaden belief sich auf über 11.000 Euro.

Als einer der Polizisten dem Iraner einen Platzverweis erteilte, wollte dieser nicht gehen und beleidigte die Beamten mit den Worten „Polizei bla bla bla“. Daraufhin wurde er in Gewahrsam genommen.

Wegen der Beleidigung war der 23-Jährige bereits im letzten Sommer zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Nun ging es noch um die Sachbeschädigung, für die Strafrich­ter Alexander Kessler eine Gesamtfreiheitsstrafe in Höhe von einem Jahr und sechs Monaten sowie 120 Stunden soziale Hilfsdienste verhängte. Die Bewährung auf drei Jahre bleibt bestehen, weil beide Taten zusammenhängen und eigentlich gemeinsam zu verhandeln gewesen wären.

Bereits seit dem vorigen Urteil untersteht der geständige und reuige, allerdings auch schon zweifach vorbestrafte Angeklagte einer Bewährungshelferin. Ihr zufolge hat er sich stabilisiert, arbeitet in einem 450-Euro-Job und ist auf der Suche nach einer Vollzeitstelle. Kessler sah deshalb „einen Lichtstreif am Horizont“.
Ulrike Osman

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