Ohne Maske in Kinsauer Tankshop

Maskenpflicht macht 30-Jährigen aggressiv

Wie lange ist man nach einer Corona-Infektion ansteckend? Ganz genau weiß es die Forschung noch nicht, aber es gibt Hinweise.
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Es geht auch ohne Maske, dachte sich ein 30-jähriger Peitinger an einer Tanke in Kinsau.

Landsberg/Kinsau – Weil ein 30-Jähriger aus Peiting keine Maske trug, wollte ihn die Kassiererin in einer Tankstelle nicht bedienen. Ärgerlich schob der Mann daraufhin die Flasche Wasser, die er hatte kaufen wollen, über den Tresen und traf die Frau am Arm. Das brachte ihm jetzt eine Strafe ein: Körperverletzung.

Ende Juli vergangenen Jahres war der Kfz-Aufbereiter auf dem Heimweg von der Arbeit in einem Landsberger Auto­haus. Es war heiß und er fühlte sich nicht wohl. „Ich hatte vor einigen Jahren eine schwere Gehirnerschütterung und eine Kopfverletzung“, sagte er vor Richter Michael Eberle aus. „An heißen Tagen geht es mir nicht gut. Ich musste Wasser trinken.“

Er hielt an einer Kinsauer Tankstelle direkt an der B17. Da er seine Maske in der Arbeit hatte liegen lassen, zog er sich sein T-Shirt über Mund und Nase. Die Kassiererin rief ihm allerdings schon an der Tür entgegen, dass er ohne Maske nicht bedient werden könne. Der Angeklagte holte sich trotzdem ein Wasser aus dem Kühlregal, während die Frau ihn weiter aufforderte, den Shop zu verlassen.

Sie hätte, wie Eberle dem Angeklagten deutlich machte, selbst eine Ordnungswidrigkeit begangen, wenn sie einen Kunden ohne Maske bedient hätte. Der 30-Jährige beteuerte, er habe der Kassiererin dann lediglich die Flasche wieder „zurückgeschoben“, sie aber nicht verletzen wollen.

Dass er die Frau am Arm getroffen hatte, zeigte die Videoaufzeichnung der Überwachungskamera. Darauf war außerdem zu sehen, dass auf dem Weg zum Ausgang das T-Shirt vom Gesicht des Angeklagten rutschte, er also ohne Mund-Nase-Bedeckung war.

„Das kostet nochmal 250 Euro“, warnte daraufhin Staatsanwalt Philip Kramer den Angeklagten. Per Strafbefehl war der Mann bereits wegen Körperverletzung zu einer Geldauflage verurteilt worden, wogegen er Widerspruch eingelegt hatte. Diesen zog er nach dem Abspielen des Videos zurück, so dass es bei der ursprünglichen Strafe blieb: 1.600 Euro (40 Tagessätze) muss der 30-Jährige an die Staatskasse zahlen.
Ulrike Osman

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