"Tausendprozentige Verbesserung"

Bahnhof Geltendorf: Unternehmer stellt Pläne für Umbau vor

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Nicolas Stoetter möchte den Geltendorfer Bahnhof umbauen, um ihn für Reisende attraktiver zu machen. In einem neuen dreigeschossigen Gebäude könnten auch eine Arztpraxis und ein Boarding Haus Platz finden.

Geltendorf – Der Geltendorfer Bahnhof ist die Haustür der Gemeinde, aber er ist „alles andere als eine Schönheit“ – nicht nur Bürgermeister Wilhelm Lehmann (Unabhängige Bürger/UB) dürfte das so sehen. Seit die Deutsche Bahn den Gebäudekomplex verkauft hat, hat er dreimal den Besitzer gewechselt. Inzwischen gehört er dem 31-jährigen Nicolas Stoetter aus München. Und der hat – im Gegensatz zu den Vorbesitzern – Interesse, etwas daraus zu machen.

Der Bahnhofskomplex umfasst das alte Empfangsgebäude mit Wartehalle, ein Nebengebäude, einen Imbiss und Fahrradstellplätze. „Ich habe die Absicht, den Bahnhof ernsthaft zu entwickeln“, so Stoetter, der seine Pläne jetzt im Gemeinderat vorstellte. Sie betreffen zunächst vor allem das marode, leerstehende Nebengebäude. Es soll teilweise abgerissen und durch einen dreigeschossigen Neubau ersetzt werden.

Hier könnten nach den Vorstellungen Stoetters ein neuer Empfangsbereich mit Wartehalle, Toiletten, Café und Zeitschriftenverkauf entstehen. In den oberen Stockwerken sollen eine Arztpraxis und Monteurswohnungen Platz finden. Außerdem ist ein Co-Working-Space angedacht – ein gemeinschaftlich genutztes Büro, in das sich Selbstständige einmieten können. Ein Teil des Nebengebäudes bleibt stehen, weil dort technische Anlagen der Bahn installiert sind. Hier könnte zukünftig auch der Imbiss untergebracht werden, schlägt Stoetter vor.

Bevor die Pläne Wirklichkeit werden können, sind allerdings einige Hürden zu nehmen. Zunächst muss der Antrag auf Abriss vom Eisenbahnbundesamt genehmigt werden. Und es muss ein neuer Platz für einen Teil der Fahrradständer gefunden werden, die sich zwischen Nebengebäude und dem alten Empfangsgebäude befinden. Rund 100 Stellplätze sind dort vorhanden, etwa die Hälfte davon müssten auf Gemeindegrund versetzt werden. Gelingt es nicht, die vorhandene Stellplatzzahl weiterhin nachzuweisen, werde der Abriss nicht genehmigt, so der Investor. „Dann haben wir ein klassisches Henne-Ei-Problem.“

Ein Beschluss stand im Gemeinderat noch nicht auf der Tagesordnung, so dass vorläufig keine Reaktionen auf Stoetters Pläne lautwurden. Einzig Bürgermeister Lehmann sprach von einer „tausendprozentigen Verbesserung unseres Bahnhofsgeländes“, sollten die Pläne verwirklicht werden.

Stoetter berichtete, dass bereits viele Geltendorfer Bürger mit Wünschen und Ideen an ihn herangetreten seien. „Ich habe über 100 E-Mails zu unterschiedlichen Schmerzpunkten erhalten.“ Der Bahnhof sei offensichtlich im Ort „eine Quelle großer Unzufriedenheit“.

Der 31-Jährige arbeitet mit dem Münchner Architekturbüro Christoph Maas zusammen, das in der Region schon mehrere Projekte umgesetzt hat, darunter die Sanierung der Stadtpfarrkirche und der Christuskirche in Landsberg.

Ulrike Osman

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