Vom Startup zum Dealer

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Eigentlich hatte der 32-Jährige große Pläne. Nach seinem gescheiterten Startup wollte er seine Schulden mit Drogengeschäften begleichen.

Landkreis – Mit einem Bekannten wollte ein junger Mann ein Startup gründen und besorgte sich das nötige Kapital – unter anderem von den Eltern. Nachdem der heute 32-Jährige von seinem Partner „übers Ohr gehauen wurde“, sei die Geschäftsidee gescheitert und hatte fatale Folgen: Inzwischen sitzt er auf einem Schuldenberg von 10.000 Euro. Diesen versuchte er im März 2016 durch Drogengeschäfte zu verkleinern, was allerdings aufflog. Vor dem Amtsgericht musste der Mann aus dem nördlichen Landkreis nun Rechenschaft ablegen.

Nachdem der 32-Jährige bereits mehrere Jobs inne hatte, wollte er sich gemeinsam mit einem Bekannten einer gemeinsamen Geschäftsidee widmen. Von seinen Eltern lieh er sich für die Umsetzung 800 Euro, den Rest von verschiedenen Gläubigern. Das in die Idee investierte Geld brachte aber nicht die erhoffte Rendite – noch bevor das Geschäft angelaufen war, hatte es ein Ende. Die Folge: Wegen einer möglichen Unterschlagung ermittelte die Polizei und durchsuchte die Wohnung des Landkreis-Bürgers, fand dort aber statt der Unterlagen etwas viel gewichtigeres: 250 Gramm Cannabis und 1.435 Euro.

In der polizeilichen Vernehmung, die daraufhin stattfand, legte der Angeklagte sogar ein „überschießendes Geständnis“ ab, wie Richter Alexander Kessler in der Verhandlung befand. Denn der 32-Jährige gestand zusätzlich zu den Funden 150 weitere Gramm Marihuana, die er schon verkauft oder selbst geraucht hatte. Insgesamt hatte er im März letzten Jahres 400 Gramm von einem Unbekannten erworben mit dem klaren Ziel des Gewinnerwirtschaftens. Jedoch betonte er auch, er habe durch das Dealen lediglich die Schulden bei den Eltern begleichen wollen.

Den Eigenkonsum hätte er kurz nach den Polizeiermittlungen eingestellt. Die Drohung seiner Freundin, ihn wegen der Drogen zu verlassen, habe ihm einen Schock und damit die Heilung versetzt. Die Verantwortung für das Dealen musste er trotzdem übernehmen: Verteidiger Felix Dimpfl und Staatsanwältin Julia Scholz kamen überein, dass eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten, ausgesetzt für drei Jahre, ausreichend sei. Denn so könne der 32-Jährige seinen neuen Job fortführen. ­Alexander Kessler ordnete zudem eine Geldauflage von 1.000 Euro an, die an die Caritas zu zahlen ist. Bei der Bewährung bleibe es jedoch nur dann, wenn der junge Mann künftig „drogenfrei lebt“ und dies durch vierteljährliche Tests belegt, so der Richter abschließend.

Marco Tobisch

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