Ein Joint zum Geburtstag

34-Jähriger gibt Schülerin "aus Freundschaft" Haschisch

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Ein 34-Jähriger schenkte einem Mädchen zum 14. Geburtstag zwei Joints.

Landkreis – Zu ihrem 14. Geburtstag hat ein 34-Jähriger aus dem Ammerseegebiet einem Mädchen zwei haschischhaltige Joints geschenkt. Dafür wurde er jetzt vor dem Amtsgericht in Landsberg zu einer Freiheitsstrafe in Höhe von eineinhalb Jahren auf Bewährung verurteilt.

Bereits im Oktober 2017 hatte der Angeklagte zwei dreizehnjährige Mädchen an einem Bahnhof kennengelernt. Man habe sich Nachrichten übers Handy geschrieben und auf der Straße „hallo“ gesagt. Der 34-Jährige gab vor Gericht weiterhin an, dass er sich auch öfters mit den beiden Mädchen am Bahnhof getroffen habe. „Wir haben gequatscht und Musik gehört.“ Eines der Mädchen „ist richtig auf mich abgegangen“. Die Minderjährige schrieb ihm Nachrichten und Briefe mit Herzchen und schenkte ihm auch Schokolade. „Ich habe ihr gesagt, dass ich 34 bin und dass das nicht geht.“ Richter Alexander Kessler wollte wissen, warum er den Kontakt nicht ganz abgebrochen habe. Der Angeklagte erwiderte nur, dass er das Mädchen nicht verletzten wollte.

Im Sommer 2018 hatte das Mädchen ihren 14. Geburtstag. Etwa eine Woche vorher beschwerte sie sich bei dem Angeklagten, dass der Geburtstag „total blöd“ werde, weil sie nicht mal was zum Rauchen habe. Der 34-Jährige sagte aus, zwei Wochen zuvor von einem Arbeitskollegen ein Gramm Haschisch geschenkt bekommen zu haben. Er selbst hätte dafür keine Verwendung gehabt, weil er seit 2008 nicht mehr geraucht habe. Also wollte er es dem Mädchen schenken. „Ich habe ihr aus Freundschaft zwei Joints gedreht.“ Ihm sei bewusst gewesen, dass das „bescheuert“ ist. Warum er es trotzdem gemacht hat, konnte er vor Gericht nicht erklären.

Er sagte allerdings aus, dass er unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leide. 2009 sei er deshalb zum ersten Mal in psychiatrischer Behandlung gewesen. Derzeit bemühe er sich um eine stationäre Aufnahme in einer psychosomatischen Klinik. Außerdem sei er spielsüchtig – nach eigenen Angaben eine Folge der Belastungsstörung. Die Anwältin des Mannes, Alexandra Fuchs, sieht die psychischen Probleme ihres Mandaten als Ursache für sein Verhalten. „Ihm fällt es schwer, sich klar zu positionieren.“ Deshalb habe er auch den Kontakt zu den beiden Mädchen nicht abbrechen können.

Richter Kessler fand hingegen deutliche Worte für den Angeklagten: „Es ist doch völlig abstrus, dass ein 34-Jähriger permanent Kontakt mit einer 13-Jährigen hat. Da brauchen wir nicht diskutieren.“ Die psychischen Probleme ließ er als Begründung nicht gelten. Staatsanwältin Melanie Ostermeier forderte zwei Jahre Freiheitsstrafe auf Bewährung. Sie räumte dem Angeklagten eine gute Sozialprognose ein und erkannte an, dass es sich um eine relativ geringe Menge an Haschisch gehandelt habe. Zum „massiven Nachteil“ des Angeklagten sah Ostermeier jedoch das Alter des Mädchens. Für die Abgabe von Betäubungsmittel an Minderjährige sieht das Gesetz eine Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr vor. Außerdem ist der Angeklagte bereits einschlägig vorbestraft – seit rund zehn Jahren jedoch straffrei. Die Staatsanwältin machte in ihrem Plädoyer deutlich, dass es die letzte Chance des Angeklagten sei. „Wenn nochmal was passiert, wandern Sie ins Gefängnis.“

Anwältin Alexandra Fuchs forderte eineinhalb Jahre auf Bewährung. Sie wolle das Geschehene nicht kleinreden „aber man muss berücksichtigen, dass es ‚nur‘ zwei Joints waren und nicht etwa Ecstasy oder Ähnliches.“ Richter Kessler setzte letztlich ein Jahr und acht Monate auf Bewährung und 120 Stunden soziale Arbeit als Strafe fest. Spätestens im April muss der Angeklagte zudem die von ihm angestrebte Therapie antreten. „Sollten sie selbst verschuldet keinen Therapieplatz bekommen, wandern Sie ins Gefängnis.“ Auch Drogenkontrollen sollen während der Bewährungszeit stattfinden.

Richter, Staatsanwältin und Verteidigerin sagten dem 34-Jährigen vor Gericht deutlich, er solle sich in Zukunft von Minderjährigen fernhalten. „Unangebracht“, „gefährlich“ und „in hohem Maße verwerflich“ waren die Worte, die dabei fielen.

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