40-Jähriger beleidigt Mitarbeiter des Ordnungsamts

"Idiot" bleibt straffrei

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Ja is denn heut‘ schon Fasching?

Landsberg – Weil er die Mitar­beiter des städtischen Ordnungsamts als „Idioten“ betitelt hatte, ist ein 40-Jähriger jetzt vor dem Amtsgericht gelandet. Er habe lediglich auf Missstände aufmerksam machen wollen, beteuerte der Mann aus einer Gemeinde bei Landsberg. Er kam glimpflich davon – das Verfahren wegen Beleidigung wurde eingestellt.

Der Mann ist offenbar ein begeisterter Fahrradfahrer. Im Sommer ärgerte er sich darüber, dass die Neue Bergstraße wegen Bauarbeiten für Radler gesperrt war. Auf die Alte Berg­straße auszuweichen, sei wegen des Kopfsteinpflasters und der am Straßenrand parkenden Autos „absolut lebensgefährlich“. All dies schrieb der 40-Jährige dem Landsberger Ordnungsamt und fügte an, die Mitarbeiter dort seien offensichtlich beim „Amt für Idioten“ beschäftigt. Zur Kenntnisnahme schickte er das Schreiben auch gleich noch ans Amtsgericht.

Wie in der Aussage des Ange­klagten deutlich wurde, hat er mit einer ganzen Reihe von Problemen zu kämpfen. Er fühlt sich beiden Geschlechtern zugehörig („ich bin sowohl als auch“) und ärgert sich deshalb bereits, wenn er in Briefen mit „Herr“ angeredet wird. Durch ein freizügiges Werbeplakat in einem Landsberger Schaufenster fühlte er sich sexuell belästigt. Auch hierüber beschwerte er sich bei der Stadt. „Ich war beim Bürgermeister, doch das hat ihn gar nicht interessiert.“ Wegen Depressionen und einer Belastungsstörung ist der Mann in psychiatrischer Behandlung.

Richter Michael Eberle und Staatsanwältin Andrea Kovacs waren sich schnell einig, das Verfahren ohne weitere Konsequenzen einzustellen. Der reuige Angeklagte musste aber versprechen, niemanden mehr zu beleidigen. Eberle schlug vor, dass der 40-Jährige einen Antrag auf Betreuung stellen solle, um im Alltag mehr Unterstützung zu haben.

Ulrike Osman

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