"Das ist die Sucht"

47-Jähriger wegen Kinderpornos verurteilt

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Auf Handy und Laptop eines 47-Jährigen aus dem Landkreis Landsberg fand die Kripo Kinderpornos. Dafür wurde der Mann nun verurteilt.

Landsberg - Gerade noch am Gefängnis vorbei geschrammt ist ein 47-Jähriger aus dem nördlichen Landkreis. Der Mann stand vor dem Amtsgericht Landsberg, weil er kinderpornographische Bilder besessen und diese auch an andere weitergegeben hatte. "Man weiß eigentlich gar nicht, was man sagen soll", befand Richter Michael Eberle angesichts der Sachlage. Insgesamt 185 kinderpornographische Bilder waren auf einem Laptop des Angeklagten gefunden worden.

Auf die Schliche gekommen waren ihm die Behörden nach einem Hinweis aus den USA. Dort hatten Ermittler Internet-Zugriffe auf Kinderpornoseiten untersucht und, nachdem auch Deutsche unter den Nutzern waren, das Bundeskriminalamt informiert.

Im September 2015 durchsuchte die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck die Wohnung des Angeklagten und stellte ein Notebook, ein I-Pad und ein I-Phone sicher. Auf dem Notebook fand sich das belastende Material - in erster Linie Fotos, auf denen Kinder in sexualisierter Weise dargestellt waren, aber auch Bilder von Missbrauchshandlungen.

Die Untersuchung des Computers zeigte, dass der Mann offenbar versucht hatte, seine Spuren im Netz so gut wie möglich zu verwischen. So besaß er zwei Skype-Konten, von denen er nur eines für seine kriminellen Neigungen nutzte. Auch achtete er darauf, Chat-Protokolle zu löschen. Dass sämtliche von ihm heruntergeladenen Dateien im Media-Cache gespeichert und dort von den Gutachtern entdeckt wurden, konnte er allerdings nicht verhindern.

Dass er nun schon im Visier der Behörden war, hinderte den Angeklagten nicht daran, sich erneut kinderpornographisches Material zu beschaffen. Bei einer weiteren Durchsuchung im Dezember 2016 stellten die Beamten ein über sechs Minuten langes Video auf dem I-Phone des Mannes sicher.

"Das ist die Sucht", bekannte der ledige Mann vor Gericht mit leiser Stimme. Seine sexuelle Orientierung bezeichnete er als "normal - ich bin nicht schwul". Niemals würde er sexuelle Handlungen an Kindern vornehmen, beteuerte der 47-Jährige. Er sei auch nie im Urlaub in Thailand gewesen, versicherte er auf eine entsprechende Frage des Richters. Über eine Therapie habe er schon nachgedacht, sei aber "zu feig" gewesen. "Man müsste sich outen." Offenbar wollte er seine Gedankenwelt niemandem offenbaren, auch keinem Therapeuten.

Das wird er nun aber müssen, denn Eberle verurteilte ihn unter anderem dazu, sich in Behandlung zu begeben. Auch muss der Mann die in diesem Fall erheblichen Verfahrenskosten zahlen - allein die Untersuchung seiner diversen digitalen Geräte kostete über 13.000 Euro. Außerdem verhängte das Gericht eine Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten, die für vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. "Wenn Sie sich wieder etwas beschaffen, sitzen Sie im Gefängnis", machte Eberle unmissverständlich klar. "Und auf welcher Stufe Sie mit diesen Straftaten dort stehen würden, ist auch klar."

Der Verurteilte nahm die Strafe an, und Staatsanwältin Katharina Kling erklärte ebenfalls, dass sie kein Rechtsmittel einlegen werde. Das Urteil ist damit rechtskräftig.

Ulrike Osman

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