Amtsgericht Landsberg verhängt Geldstrafe

Maskenloser wird im Linienbus ausfällig

Eine Frau trägt eine FFP2-Maske und fährt in der S-Bahn.
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Ohne FFP2-Maske keine freie Fahrt: Wer sich nicht daran hält, muss mit einem saftigen Bußgeld rechnen.

Kaufering – Sturheit kann teuer werden, zumindest vor Gericht. Dieser Erfahrung machte jetzt ein Landsberger (55), der wegen eines Verstoßes gegen die Maskenpflicht, Beleidigung und Körperverletzung vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe verurteilt wurde.

Im Juli vergangenen Jahres wollte der Schwerbehinderte einen Bus der Linie 30 nehmen. Der stand, bereit zur letzten Tour des Tages, am Kauferinger Bahnhof. Weil der Mann aber keinen Mund-Nase-Schutz trug, machte ihn die Fahrerin bereits vor dem Einsteigen auf die Maskenpflicht aufmerksam. „Er weigerte sich und sagte, er braucht keine Maske“, berichtete die 47-Jährige im Zeugenstand. Ein Attest, das ihn von der Maskenpflicht befreit hätte, konnte der 55-Jährige allerdings nicht vorlegen.

Ungerührt nahm er im Bus Platz und wollte diesen trotz mehrmaliger Aufforderung nicht wieder verlassen. Stattdessen regte er sich darüber auf, dass die Fahrerin – korrekterweise – keine Maske trug und keine Plexiglasscheibe sie abschirmte. Er beschimpfte die Frau als „dumme, unfähige alte Pute“, die im falschen Job sei.

Erst als es der 47-Jährigen reichte und sie die Polizei rief, hatte der Mann es plötzlich eilig, den Bus zu verlassen. Inzwischen war ein anderer Fahrer seiner Kollegin zu Hilfe geeilt und stand draußen vor der Bustür. Ihm soll der Angeklagte beim Aussteigen einen Tritt gegen die Hüfte versetzt haben.

Bestätigt wurden diese Aussagen von einer weiteren Zeugin – einer 48-jährigen Landsbergerin, die ebenfalls im Bus saß und dank des Angeklagten einen Termin verpasste. Denn aufgrund der langwierigen Diskussionen verzögerte sich die Abfahrt.

„Sie haben gepöbelt und Ihren ganzen Frust einfach an einer Busfahrerin abgeladen“, hielt Richterin Katrin Prechtel dem Angeklagten vor. Die Frau habe sich aber nun mal an ihre Vorschriften halten müssen. Die Chance, sich während der Verhandlung bei den Geschädigten zu entschuldigen, ließ der 55-Jährige verstreichen. Stattdessen warf er allen Zeugen vor, gelogen zu haben.

So sprach in den Augen des Gerichts – abgesehen von einer bis dato weißen Weste – nichts für den Feintäschner, der lange bei der Bundeswehr Fallschirme instand setzte, mittlerweile aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann und in einem Wohnmobil lebt. Prechtel verurteilte ihn zu 2.450 Euro Geldstrafe (70 Tagessätze zu je 35 Euro) plus 150 Euro Bußgeld für den Verstoß gegen die Maskenpflicht.

So weit hätte es nicht kommen müssen. Die Staatsanwaltschaft wäre bereit gewesen, das Verfahren gegen Zahlung einer (geringeren) Geldauflage einzustellen. Doch der 55-jährige überhörte sämtliche gut gemeinten Hinweise von Seiten des Gerichts und ließ sich auch von seinem Verteidiger Marcus Becker nicht überzeugen. So blieb Prechtel nur noch die Feststellung: „Sie sind stur und uneinsichtig. Allen anderen machen Sie Stress. Ich möchte nicht mit Ihnen in einem Bus sitzen.“
Ulrike Osman

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