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Schaden in Millionenhöhe

Richtig teuer: Brummifahrer und die Höhenkontrolle vor dem A96-Tunnel

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Eigentlich kaum zu übersehen. Aber trotz Höhenkontrolle versuchen viele Brummifahrer, ob es nicht doch ganz knapp klappen könnte mit der Tunneldurchfahrt.

Landkreis – Das Wort „Höhen­kontrolle“ löst bei vielen München-Pendlern inzwischen allergische Reaktionen aus. Zu oft stehen sie vor dem gesperrten Echinger oder Etterschlager Tunnel auf der A96 im Stau, wenn wieder ein zu hoher Lkw den Alarm ausgelöst hat – was ein- bis viermal pro Woche geschieht, bestätigt Pressesprecher Josef Seebacher von der Autobahndirektion Südbayern. Sind die Höhenkontrollen denn notwendig? Vor der Sanierung der beiden Tunnel ging es ja auch ohne, oder? Ja, aber da gab es noch keine ausgefeilten Brandwarnsysteme. Der Grund für diese sind gesetzliche Richtlinien. Und die schützen Menschenleben.

Früher galten diese Richtlinien für den Bau und Betrieb von Straßentunneln (RABT) noch nicht. Sie wurden erst nach den großen Tunnelunglücken von 1999 bis 2001 – der Brand im Mont-Blanc-Tunnel, bei dem ein veraltetes Sicherheitskonzept 39 Menschen in den Tod riss, oder auch die Brände im Gotthard- und Tauerntunnel – verschärft.

Das hatte auch umfangreiche Nachrüstungen bei den A96-Tunneln zufolge. Mit ihnen solle eine frühzeitige Erkennung eines Brandes gesichert werden, erläutert Pressesprecher Seebacher. Und um diese Warnsysteme wiederum zu sichern, gibt es die Höhenkontrollen.

Fährt ein zu hoher Lkw in die Röhre ein – wobei Seebacher von einer Kulanz von satten 40 Zentimeter gegenüber der angegeben Höhe spricht –, könnten herabfallende Teile des Sicherungskonzeptes Unfälle auslösen. Wie das zum Beispiel im Farchanter Tunnel der Fall war, wo ein Lkw einen Scheinwerfer von der Decke holte. „Vor dem Einbau der Höhenkontrollen konnten wir beim Echinger Tunnel Schleifspuren an der Decke erkennen“, beschreibt Seebacher. Ein Tunnel , dessen Sicherheits­technik aber nicht funktioniert, darf auch nicht genutzt werden – anders gesagt: Der Tunnel wird gesperrt, bis alles repariert ist. Und das dürfte weitaus länger dauern als die Sperrungen bei ausgelöster Höhenkontrolle.

Die Höhenkontrollen bei Eching und Etterschlag funktio­nierten „sehr zuverlässig“, sagt Seebacher. Jedem Alarm habe man ein bestimmtes Fahrzeug zuordnen können. Also kein Fehlalarm, sondern nachlässige Lkw-Fahrer. Deshalb sei es wichtig, sie frühzeitig auf die Höhenkontrollen hinzuweisen: mit dem bereits geplanten Frühwarnsystem mittels Leucht- und Hinweisschildern, die zu hohen Lkw noch eine rechtzeitige Abfahrt von der Autobahn vor den Höhenkontrollen ermöglichen (der KREISBOTE berichtete).

Fünf Millionen Euro

Dass die durch die Sperrungen ausgelösten Staus einen volkswirtschaftlichen Schaden verursachen, bestätigt Seebacher. Der Schaden sei sogar so hoch, dass er die Ausgaben von rund fünf Millionen Euro für das nun geplante Frühwarnsystem gegenüber dem Steuerzahler rechtfertige. „Es ist aus unserer Sicht schade, dass die Miss­achtung von eindeutigen Vorschriften (...) durch wenige solche Kosten für die Allgemeinheit zur Folge hat.“

Seit es die Höhenkontrollen gibt, seien die Tunnel nicht mehr beschädigt worden, berichtet die Autobahndirektion Südbayern. Die Lkw wüssten ja in den meisten Fällen, dass sie zu hoch seien, und hielten an der roten Ampel vor dem Tunnel, beschreibt Seebacher. „Wir können dann auf Video beobachten, wie die Lkw-Fahrer durch Umladen oder Ablassen der Hydraulik versuchen, die Höhe zu verringern.“

Genau dieses Verhalten legt nahe, dass die Lkw-Fahrer genau wissen, dass ihre ‚Brummis‘ zu hoch sind. Aber offensichtlich wissen sie nicht auf den Zentimeter genau, wie viel zu hoch. Es könnte ja doch reichen, gibt ja Kulanz, mag sich der eine oder andere denken. Fährt durch die Höhenkontrolle.Und zack! ist der Tunnel zu.

Susanne Greiner

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