Bauarbeiten gehen gut voran

Ab August Plantschen im Greifenberger Warmbad?

Das neue Greifenberger Warmbad
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Das neue Greifenberger Warmbad nimmt langsam Formen an. Das Technikgebäude mit Umkleiden und Sanitäranlagen (rechts) ist bereits fast fertig und die Becken sind gesetzt. Das alte, ausgediente blaue Becken im Vordergrund wird allerdings noch abgerissen.
  • Dieter Roettig
    vonDieter Roettig
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Greifenberg/Landkreis – Zwei gute Nachrichten für Wasserratten und für alle Greifenberger Bürger gab es auf der Baustelle des Warmbades. Landrat Thomas Eichinger (CSU) hatte den Naherholungs- und Bäderausschuss des Kreistags zu einer Inaugenscheinnahme des Baufortschritts eingeladen. Dabei stellte er die Eröffnung schon im Laufe des Augusts in Aussicht, damit man die letzten Ferienwochen noch mit Badefreuden genießen kann. Vorausgesetzt natürlich, dass dies die Corona-Regeln bis dahin erlauben. Und den gastronomisch ausgehungerten Greifenbergern machte er Hoffnung, sich in naher Zukunft wieder zum Stammtisch oder zum Essen verabreden zu können. Es werde überlegt, das frühere Restaurant des Warmbades doch nicht abzureißen, sondern zu entkernen, gründlich zu renovieren und wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zuzuführen.

Laut Christian Kusch, Sachgebietsleiter Kreiseigener Hochbau im Landratsamt, sei die Bausubstanz des ehemaligen Restaurants noch gut erhalten und zeige weder Risse noch Schäden durch Feuchtigkeit. Zudem sichere das Gebäude den rückwärtigen Hang und ein Abriss könnte ungeahnte Folgen haben. Darum sei derzeit ein Gutachten in Arbeit, wie man das Gebäude wieder für die Gastronomie ertüchtigen kann. „Wir sollten nichts wegwerfen, was noch einen Wert hat“ ergänzte Landrat Eichinger und wies auch auf die Fremdenzimmer im Obergeschoss hin, die man nach einer Renovierung wieder nutzen könne.

Die große Außenterrasse mit Blick über das ganze Badegelände bedeute einen „Erholungsmehrwert“ und lade nach dem Baden zu einem Besuch ein. Gastronomen mit Ideen könnten viel aus dem Objekt machen, da es in Greifenberg seit längerem keine Wirtschaft mehr gebe. Kreisrat Markus Wasserle bat in diesem Zusammenhang, unbedingt Bürgermeisterin Patricia Müller mit ins Boot zu holen, wenn es um das Konzept der Gastronomie gehe.

Besucher des neuen Warmbads müssen auch ohne Restaurant nicht dursten oder Hunger leiden. Denn im fast fertiggestellten Technikgebäude wird es neben den Umkleiden und Sanitäranlagen natürlich einen Kiosk geben.

Rutsche kommt noch

Weit fortgeschritten sind bereits die Nichtschwimmer-, Schwimmer- und Sprungbecken, alle aus Edelstahl und auf Betonplatten gesetzt. Der Sprungturm steht, die Rutsche wird noch angeliefert. Die ersten Bäume auf der Liegewiese sind bereits gepflanzt und der Rasen wird in diesen Tagen angesät.

Im Sommer folgt dann der Abriss des alten Sanitär- und Umkleidegebäudes sowie des Kamins der ausgedienten Heizungsanlage. Als Letztes steht ein gekiester Parkplatz für 125 Autos auf dem Programm, eventuell sogar mit E-Ladesäulen. Beheizt wird das Bad über einen innovativen Wärmetransport und Solarenergie.

Wie Projektleiterin Anja Trommer ausführte, habe es vor Baubeginn größere Probleme beim Erdaushub gegeben. Mächtige Torfschichten und geländenahes Hang- und Grundwasser mussten erst gebändigt werden. Trotzdem könne man den Kostenplan von circa 10,4 Millionen Euro netto einhalten, wobei der Staat Fördermittel von rund 600.000 Euro zuschießt. Dazu kommen die Erd- und Abbrucharbeiten mit Kosten in Höhe von rund 2,1 Millionen Euro.

1972 wurde das beliebte Warmbad unter dem damaligen Landrat Bernhard Müller-Hahl auf dem 37.000 Quadratmeter großen Gelände erbaut. Seit 1996 hatte man wegen der Undichtigkeit der Becken diverse Varianten durchgespielt wie Stilllegung, Abriss, Sanierung oder Neubau.

Im September 2017 war dann schließlich endgültig Schluss mit dem Badespaß. Denn sowohl Rohrleitungs- als auch Beckenschäden hatten zu drastischen Wasserverlusten geführt. Zum wehmütigen Abschied des liebgewonnenen Bades gab es im Mai 2019 mit „Kunst Geht Baden“ noch ein viel beachtetes Kulturspektakel mit Künstlern aus der Region.

Am 4. März letzten Jahres erfolgte schließlich der offizielle Spatenstich für das neue Warmbad.

Bäder machen Defizit

Neben dem Greifenberger Warmbad ging es im Kreisausschuss auch um die Bäderbilanz des letzten Jahres: für das Lechtalbad in Kaufering und für das Sommerbad Thaining.

Coronabedingt konnte Bäderchef Thomas Zeck erwartungsgemäß keine erfreulichen Zahlen präsentieren. Das Lechtalbad durfte im Sommer- und Winterbetrieb nur an 208 Tagen mit gesamt 156.000 Besuchern öffnen und erzielte ein Defizit von 1,76 Millionen Euro. Das Sommerbad in Thaining war 2020 an 101 Tagen geöffnet, hatte knapp 27.000 Besucher und machte ein Defizit von 452.000 Euro.

Die hohen Defizite seien auch wegen der coronabedingten Hygieneauflagen und damit verbundenem erhöhten Personalaufwand entstanden, betonte Zeck. Doch auch die geschlossenen Bädertage habe man genutzt: In dieser Zeit seien die Angestellten in der Pandemie-Bekämpfung wie Hotline, Testzentrum oder Kontaktnachverfolgung eingesetzt worden. Diese Personalkosten werden erstattet und mindern das Bäder-Defizit.

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