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Waibel reduziert Stadtbusbetrieb in Landsberg

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Von: Werner Lauff

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Stadtbus Landsberg - Waibel
Fährt nur noch im Stunden-Takt: der Stadtbus Landsberg. © KB-Archiv

Landsberg - Der Landsberger Stadtbus wird von Montag an nur noch halb so oft, nämlich einmal pro Stunde, fahren. Das erklärte der Prokurist und Betriebsleiter der Waibel GmbH, Horst Argesheimer, heute gegenüber dem KREISBOTEN. Auch der Fahrplan der Linie 70 (Landsberg - Weil - Scheuring - Prittriching - Mering) wird reduziert. Die Maßnahmen erfolgen nicht wegen aktueller Erkrankungen, sondern wegen „dauerhaften Fahrermangels“ und seien zeitlich nicht befristet. 

Waibel hatte sich bei einer europaweiten Ausschreibung im Jahr 2017 gegen die Landsberger Firma Eisele durchgesetzt und den Auftrag für die Durchführung des Stadtbusverkehrs ab Februar 2018 erhalten. Das Unternehmen ist Teil der deubus AG mit Sitz im hessischen Kirchhain, die 850 Busse besitzt.

Auf Nachfrage des KREISBOTEN erklärte Argesheimer, eine Genehmigung des Landratsamt Landsberg als Aufgabenträger und der für das Personenbeförderungsgesetz zuständigen Regierung von Oberbayern lägen noch nicht vor. Das Unternehmen müsse trotzdem die Umsetzung sofort vornehmen. Der „eklantante“ Fahrermangel habe sich bereits länger abgezeichnet. Viele Busfahrer gingen in Rente; junge Menschen scheuten den hohen Aufwand für den Busführerschein von 10.000 bis 13.000 Euro. Außerdem bilde die Bundeswehr kaum noch Busfahrer aus.

Hinzu komme ein Problem bei der Bezahlung. Waigel gehöre zum „Landesverband Bayerischer Omnisbusunternehmen“. Dessen Tarifvertrag beinhalte „die schlechtesten Fahrerlöhne in ganz Deutschland“. Auch ein Grund für die geringe Bereitschaft, Busfahrer zu werden, sei das verschlechterte Klima: Busfahrer seien früher Respektspersonen gewesen, würden aber heute „zunehmen angepöbelt“. Argesheimer verwies auf seine Heimatstadt Kempten - dort würden drei Busunternehmen ebenfalls den Fahrplan ausdünnen.

Stellungnahmen des Landkreises oder der Stadt Landsberg liegen zur Stunde noch nicht vor.

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