Wohnungen gesucht!

Asylunterkunft Münchener Straße wird geschlossen

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Die Asylunterkunft am Kloster der Dominikanerinnen in der Münchener Straße wird zum Jahresende geschlossen, die Bewohner müssen bis Anfang August ausziehen.

Landsberg – Die Asylunterkunft in der Münchener Straße wird zum Jahresende geschlossen, die derzeit von 41 Personen bewohnten Container werden abgebaut. Der Landkreis, das Bayerische Rote Kreuz (BRK) und ehrenamtliche Betreuer bemühen sich zurzeit darum, für Flüchtlinge mit Bleiberecht private Wohnungen zu finden. Das erfuhr der KREISBOTE aus dem Helferkreis. Das Landratsamt hat dazu soeben eine Presse­erklärung veröffentlicht.

Jetzt wird es ernst: In den Containern leben zwar noch einige Asylbewerber, deren Verfah­ren nicht abgeschlossen ist – sie werden in einer anderen Gemeinschaftsunterkunft des Landkreises untergebracht, etwa in der Soccerhalle in Kaufering oder dem Tauscher-Gebäude im Gewerbegebiet. Die meisten Bewohner aber sind bereits anerkannt, haben noch keine Wohnung gefunden und leben zurzeit in den Containern als „Fehlbeleger“. Für sie ist das Jobcenter zuständig.

Per Postzustellungsurkunde: Amtliches Schreiben zur Schließung der Unterkunft Münchener Straße.

Sie bekamen vom Landrats­amt per Postzustellungsurkunde (siehe Abbildung) ein Schreiben, das am 7. Februar abgeschickt wurde: „Ihre Asyl­unterkunft wird nunmehr aufgelöst und lässt keine weitere Wohnnutzung mehr zu. Aufgrund dieser Umstände können Sie nicht mehr weiter in der Asyl­unterkunft wohnen und müssen sich einen privaten Wohnsitz nehmen. Für den Fall, dass Ihnen das bis zum 21.02.2018 nicht möglich ist, bieten wir Ihnen übergangsweise die Wohnsitznahme in einer anderen dezentralen Asylunterkunft des Landkreises Landsberg am Lech an.“

Ehrenamtliche Helfer teilten unserer Redaktion mit, dass sie nur indirekt von diesem Schreiben erfahren haben; die kurze Fristsetzung könne man nur als „Zynismus“ empfinden. Spätestens nach dem Beitrag des KREISBOTEN über den anerkannten syrischen Flüchtling Omran al Dairi „sollte allen klar sein, wie einfach und schnell man in Landsberg eine Wohnung finden kann“. Andere werten das Angebot des Landratsamts, Plätze in Landkreis-Einrichtungen zur Verfü­gung zu stellen, hingegen als Entgegenkommen – „man hätte die Fehlbeleger auch als Obdachlose an die Kommunen übergeben können“.

Nunmehr bemühen sich die Beteiligten dem Schreiben zufolge um eine Bestandsaufnahme, welche räumlichen Bindungen die einzelnen Bewohner haben, beispielsweise ob sie einen Inte­grationskurs besuchen oder einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Daraus wird ein weiteres Problem deutlich: Auf dem Weg von Erstaufnahme zu Integration wechseln die behördlichen Zuständigkeiten mehrfach; eine durchgängige Betreuung ist damit nicht gewährleistet.

Werner Lauff

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