Ein Abend im Bann der Saiten

Gruber & Maklar und das Amadeus Guitar Duo: (von links) Christian Gruber, Dale Kavanagh, Peter Maklar und Thomas Kirchhoff. Foto: Eckstein

„Das wird kein Zuckerschlecken“ warnte Christian Gruber das Publikum im ausverkauften Stadttheater augenzwinkernd, auf Länge und Umfang des Eröffnungskonzertes anspielend. Doch was dann tatsächlich geboten wurde, war ein hochkarätig besetzter, beeindruckender Auftakt des nunmehr dritten Festivals „Faszination Gitarre“.

„Es ist schon etwas besonderes, dass sie alle heute in Landsberg sind“, erklärte Christian Gruber weiter. Denn alle Künstler des Abends sind weltweit im Dienst der Musik unterwegs. So kam Johannes Skudlik eigens aus Verona angereist, das Amadeus Guitar Duo hat demnächst Konzerte in Santiago di Compostela (zusammen mit Gruber & Maklar) und New York und dass der russische Ausnahme-Gitarrist Dimitri Illarionov nun schon zum zweiten Mal Zeit findet, in die Lechstadt zu kommen, ist ohnehin ein kleines Wunder. Etwas Besonderes war dann auch die Zusammenstellung des Programms: abwechslungsreich in der Auswahl der Komponisten und Stile, reichte das Spektrum vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart, von Klassikern zu unbekannteren Stücken, von Kammermusik bis zu japanischen Kunstliedern.Interessant auch das Miteinander der unterschiedlichen Ensembles und Solisten, die mal alleine, mal gemeinsam auftra-ten. So eröffneten die Initiatoren des Festivals Gruber & Maklar den Abend, bevor sie mit dem Amadeus Guitar Duo (Dale Kavanagh und Thomas Kirchhoff) das orientalisch anmutende „Oyun“ von Carlo Domeniconi oder Borodins „Steppenskizze“ spielten. Eine zusätzliche Bereicherung bildeten Johannes Skudlik, der Luigi Boccherinis „Fandango“ und das „Brandenburgische Konzert Nr. 6“ von Johann Sebastian Bach am Cembalo begleitete und der Oboist Christoph Hartmann, der mit Gruber & Maklar und Dimitri Illarionov den bekannten Tango „Oblivion“ von Astor Piazolla spielte und später Maurice Ravels „Le Tombeau de Couperin“. Die Mezzosopranistin Tomoko Nakasugi trug japanische Stücke und Lieder aus der Sammlung „Siete Canciones Populares Espan͂olas“ von Manuel de Falla vor. Alex Dorow las, begleitet von Gruber & Maklar Pablo Nerudas „Ode an die Faulheit“. Als Highlight muss auch der Auftritt von Illarionov gelten, der mit einer virtuosen Interpretation von Leo Brouwers „Un dia de Noviembre“ begeisterte. Mit Manuel de Falla beendeten die Gastgeber den Abend, bevor sich die Zuhörer ein Finale erklatschten. Die „Faszination“ der Gitarre hat mit diesem Abend einen Höhepunkt erreicht.

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