Krise der Veranstalter

Abgesagt: Corona vs. Kultur im Landkreis Landsberg

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Corona macht der Kultur zu schaffen.

Landsberg – „Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen, vor allem wenn es um die Sicherheit und Gesundheit geht.“ Die Stadt Landsberg sagt alles von ihr organisierten Veranstaltungen im Stadttheater, der Stadtbibliothek, dem Historischen Rathaus und dem Sportzentrum ab.

Noch gebe es keinen gemeldeten Fall einer Corona-Erkrankung in der Stadt Landsberg „und es wäre schön, wenn dies auch so bliebe“, sagt Stadtpressesprecher Andreas Létang. Die Stadt versuche, durch die Absage der Veranstaltungen die Ausbreitung des Virus möglichst zu verlangsamen. Die Absagen sollen vorerst bis Ostern inklusive dem 13. April gelten. Andere Veranstalter in städtischen Räumen bittet die Stadt, „die Risikobewertung ihrer Veranstaltungen unter Berücksichtigung der aktuellen Lage eigenverantwortlich vorzunehmen.“ Man empfehle jedoch dringend die Absage von Veranstaltungen über 100 Besuchern.

Die finanziellen Auswirkungen durch die Corona-Pandemie bekommen kulturell vor allem kleinere Veranstalter zu spüren. So zum Beispiel auch Rebelz Sound in Landsberg: „Die Existenz von Rebelz Sound ist seit gestern massiv gefährdet! Wir können unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr planen“, schrieb Rebelz-Sound-Geschäftsführer Bastian Georgi vergangenen Woche auf Facebook. Vor allem fehlende Planungsmöglichkeiten machten ihm zu schaffen: „Wir haben eine Einbusse von 100 Prozent, Firmenkunden stornieren ihre Aufträge oder frieren sie ein, Hochzeiten werden auf 2021 verschoben und im Veranstaltungsbereich ist alles auf Null gesetzt.“ Seine Mitarbeiter habe er bereits auf Kurzarbeit gesetzt. „Die meisten unserer Kunden sind aber Betriebe der Nachtkultur, denen geht es auch schlecht.“ Ob sein Unternehmen das durchhalten kann, weiß er nicht: „Meine Tochter hat jetzt auch schulfrei und ich bin alleinerziehender Vater.“ Und leider fielen die Großeltern als Betreuer aus. Weshalb er auch die Petition unter Open Petition unterstütze, die einen finanziellen Ausgleich von Umsatzeinbußen für Einzelnehmer fordert.

Bisher hat der Bund 26 Milliarden Euro für geschädigte Firmen bereitgestellt. Auch die bayerische Staatsregierung habe erste Hilfsprogramme für kleine und mittelständische Betriebe bereitgestellt, hieß es in einer Pressemitteilung. Möglich seien Steuerstundungen, größere Kredite oder die Einrichtung eines Rettungsfonds, so Pressesprecher des Bundesverbands Wirtschaft Achim von Michel.
Susanne Greiner

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