Abkehr von der Passivhaussiedlung

Der Marktgemeinderat hat die Anforderungen beim Hausbau im geplanten Neubaugebiet „Lechfeldwiesen IV“ gelockert. Ursprünglich sahen die Pläne eine reine Passivhaussiedlung vor. Danach können dort auch KfW-Effizienzhäuser 55 nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2007 gebaut werden. Ein kommunaler Förderschlüssel für den Erwerb der Grundstücke steht ebenfalls in der Diskussion. Darüber hinaus wurde der genaue Umgriff des Baugebietes festgesetzt.

Laut Planer Eberhard von Angerer wird das neue Wohngebiet direkt an das bereits vorhandene Baugebiet „Lechfeld­- wiesen III“ angeschlossen werden. Lechfeldwiesen IV soll in zwei Abschnitten bebaut werden. In der Summe entstehen dann zehn Einfamilienhäuser, 84 Doppelhaushälften sowie 33 Reihenhäuser in leichter Süd-Ost-Ausrichtung. Darüber hinaus bietet das Areal genügen Raum für einen Kinderspielplatz von weit über 500 Quadratmetern Fläche. Deutlich teurer Dass nun auch KfW-Effizienzhäuser 55 errichtet werden dürfen, ist damit zu begründen, dass Passivhäuser doch deutlich teurer ausfallen. Dies belegte Architekt Markus Merz, der dem Gremium Vergleichszahlen präsentierte. Merz beziffert die reinen Baukosten für ein normales Einfamilienhaus (EnEV-Standart) mit rund 200 Quadratmetern Wohnfläche und 700 Kubikmeter umbautem Raum auf rund 238000 Euro, das KfW-Effizienzhaus 55 auf 266000 Euro und das Passivhaus gleicher Größe auf rund 273000 Euro. Es sei durchaus schwer, über die Heizkosten­einsparung den Mehraufwand zu kompensieren, so Merz. Vielmehr müssten hier Fördermittel mit deutlich besseren Konditionen – etwa KFW – in Anspruch genommen werden. In diesem Zusammenhang regte Baubiologe und Energieberater Wolfgang Hartmann an, dass der Marktgemeinderat ein eigenes Förderprogramm ins Leben ruft. So könnte beispielsweise Baugrund von der Gemeinde deutlich günstiger angeboten werden, wenn sich der zukünftige Bauherr für eine ökologisch bessere Alternative entscheiden sollte. Hier könnte sich Hartmann eine fließende Staffelung beginnend mit KfW-Effizienzhäuser 55 über Passivhaus und Passivhaus mit Zertifikation vorstellen, „eine Art Bonuspunkte-Katalog, wie das etwa in Österreich bereits erfolgreich praktiziert wird.“ Soziale Komponente Bürgermeister Dr. Klaus Bühler wollte bei diesem Thema auch die soziale Komponente sehen. So sollten kinderreiche Familien ebenfalls bessere Konditionen erfahren. Bühler selbst hielt sich diesbezüglich alle Optionen offen. Gabriele Hunger (CSU) indes zeigte sich froh darüber, dass der Rat von einer reinen Passivhaussiedlung abgerückt sei. Dabei hatte sie zum einen die Mehrkosten im Auge und zum anderen wäre man „der Zeit mal wieder etwas voraus“ gewesen.

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