Lechhang rutscht immer weiter ab

Zukunft des Weges unklar

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Der Lechhang ist wieder weiter abgerutscht und am Montag entschied ein Gutachter, dass die Bäume gefällt werden und ein Teil der Treppe entfernt werden müssen.

Landsberg – Die Finanzkrise zeigt jetzt auch in Landsberg Auswirkungen. Für den Lechhang zwischen Fußgängersteg und von-Kühlmannstraße, der inzwischen weiter abgerutscht ist, erarbeitet das Stadtbauamt Sanierungskonzepte – ob diese finanzierbar sind, steht derzeit aber völlig in den Sternen.

Klar ist bisher nur, dass für Baumaßnahmen bisher keine Mittel im Haushalt 2013 vorgesehen sind, obwohl die Probleme nicht neu sind (siehe Chronologie). Dass das Bauamt die nötigen Gelder durch Umverteilung frei macht (wie an einigen Stellen der Verwaltung gewünscht), hält Stadtbaumeisterin Annegret Michler allerdings für unmöglich. „Wir haben bei den Haushaltsberatungen schon so viel gestrichen, dass inzwischen absolut kein Spielraum mehr da ist.“ Damit blieben nur noch wenige Optionen: kompletter Verzicht auf andere Projekte, ein Nachtragshaushalt oder überplanmäßige Ausgaben. „Oder es ist gar kein Geld da. Dann kann man den Hang in diesem Jahr nicht sanieren.“ Vor eine mögliche Sanierung hat der Gutachter allerdings zunächst Sicherungsmaßnahmen gestellt. Die gute Nachricht: Der Fußweg am Lech entlang kann nach seiner Expertise im Moment offen bleiben. Allerdings müssen die zwei in Schieflage geratenen Bäume gefällt werden, das Forstamt ist damit bereits beauftragt. Die Wurzelstöcke bleiben dabei im Boden, damit der Hang nicht noch instabiler wird. Michler: „Außerdem müssen wir einen Teil der Treppe wegnehmen, um den Druck auf den Hang zu verringern. Danach kann die Situation zunächst so bleiben wie sie ist, die Treppe können wir aber erst einmal nicht wieder aufmachen.“ Daran, dass man den Hang durchaus sanieren könne, hat der Experte keinen Zweifel. Dass man sich dabei aber auf jeden Fall zumindest im sechsstelligen Bereich bewegt, dürfte ebenfalls klar sein. Was die Maßnahmen aber genau kosten werden, ist im Moment noch offen. „Das hängt ganz vom jeweiligen Konzept ab, das umgesetzt wird“, so die Stadtbaumeisterin. „Wir schauen uns die Lage jetzt genau an und bereiten das sauber vor, bevor wir damit in den Stadtrat gehen; eventuell schon im März.“ Wenn es nach ihren ersten Vorstellungen geht, wird man die Böschung nicht komplett mit Steintreppen (wie im Bereich Herbstweg) sichern, wie einige Fachleute es vorschlagen. „Ein künstlicher Hang, bei dem der gesamte Uferbereich ohne Vegetation ist, sollte meiner Meinung nach kein Ziel sein“, so Annegret Michler. „Da würde Landsberg doch einiges verlieren.“

Der Lechhang – eine Chronologie

Die Probleme am westlichen Lechufer haben sich inzwischen deutlich verschärft, neu sind sie nicht. Die Chronologie: • 2009 wird der Fußweg im Hang aufwändig saniert. Das Bauwerk alleine bedeutet keine „Hangstabilisierung und -sicherung“, erklärt Bauamtschef Hans Huttenloher vorab in einer Stadtratssitzung. Er weist darauf hin, dass „Schäden durch Hangrutschung grundsätzlich möglich sind“. Eine zusätzliche Hangbefestigung wäre wesentlich teurer, so entscheidet sich der Stadtrat für die einfachere Variante (Kosten: 80000 Euro). • Wo das Regenwasser zuvor im Erdreich versickert war, unterspült es bereits wenige Monate später offen sichtbar das neue Bauwerk. Auswaschungen und Risse treten auf und werden immer wieder abgedichtet. • Anfang 2011 rutscht ein Teil des Hangs auf Höhe der ehemaligen Pflugfabrik auf rund 40 Metern Länge komplett ab. Der Fußweg am Lech bleibt über Monate gesperrt, die Böschung muss für über 100000 Euro saniert und befestigt werden. • Der gesamte Hang ist längst unter Beobachtung des Bauamtes, im April 2012 wird ein Gutachter hinzugezogen. • Im Winter 2012/13 ist die Treppe mit Ausbesserungen nicht mehr zu halten. Zunächst brechen nach starken Regenfällen Rand- und Treppensteine aus, Anfang Januar neigen sich dann nach Tauwetter Teile des Bauwerks, eine Straßenlaterne und Bäume Richtung Lech. Das Bauamt sperrt daraufhin den Fußweg. • Zuletzt kippen Laterne, Geländer und Bäume bedrohlich weiter. Am vergangenen Freitag wird die Beleuchtung daraufhin entfernt. Am Montag entscheidet der Gutachter, dass die betroffenen Bäume gefällt werden müssen. Sobald es das Wetter zulässt, muss außerdem ein Teil der Treppe entfernt werden.

Christoph Kruse

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