Abschied nach zehn Jahren

Pfarrer Thomas Lichteneber wird zum 1. Juni die Erste Pfarrstelle in Garmisch-Grainau antreten. Foto: Stetter

Es ist ein Abschied mit Wehmut: Nach zehn Jahren wechselt Thomas Lichteneber, Inhaber der zweiten Pfarrstelle der Evangelischen Christuskirche in Landsberg, seinen Wirkungskreis: ab 1. Juni wird der 47-Jährige die Erste Pfarrstelle in Garmisch-Grainau übernehmen. Am Sonntag wurde er mit einem Gottesdienst feierlich verabschiedet.

„Es gibt von der evangelischen Landeskirche eine Empfehlung, dass ein Pfarrer nach zehn Jahren die Pfarrstelle wechseln sollte“, erzählt Lichteneber dem KREISBOTEN. Und diese, wenngleich freiwillige Vorgabe, habe er stets im Blick gehabt, seit er im September 2001 aus einer Kleinstadt in der Nähe Nürnbergs nach Landsberg kam, wo er neben Stadtpfarrer Detlev Möller die zweite Pfarrstelle übernahm. „Diese zehn Jahre sind nicht nur berufsbedingt richtig, sie passen auch mit der familiären Situation gut zusammen. Meine Kinder sind nun alt genug, um eigene Wege zu gehen und müssen nicht mehr mit uns umziehen“, erklärt der „Exilfranke“. Und für die Familie seien die Jahre in der Lechstadt ein „Glücksfall“ gewesen. Nicht nur die Kinder, sondern auch Ehefrau Angelika hatte sich hier sehr wohl gefühlt. Die leidenschaftliche Lehrerin unterrichtet an der Montessori-Schule in Kaufering und hatte sich besonders in der Gründungsphase der Schule sehr engagiert. „Ihr fällt der Abschied schwer, es waren sehr prägende Jahre für sie“, gesteht Thomas Lichteneber. Doch auf für ihn ist es nicht leicht: Zwar traf er die Entscheidung für eine neue Stelle aus Überzeugung und freut sich sehr darauf, aber „hier sind viele wertvolle Beziehungen entstanden, nicht nur in der Gemeinde, sondern auch mit meinen Kollegen.“ Besonders mit Pfarrer Jürgen Nitz aus Kaufering, mit dem er den „Radpilgerweg“ initiierte, mit Stadtpfarrer Reiner Hartmann und auch mit dem ehemaligen Stadtpfarrer und Dekan Thomas Rauch ist er freundschaftlich verbunden, wenn es auch mit den katholischen Kollegen das ein oder andere theologische Streitgespräch gab, wie Lichteneber schmunzelnd zugibt. Als Inhaber der zweiten Pfarrstelle habe er hauptsächlich seelsorgerisch und mehr „im Hintergrund“ gewirkt. Sein Anliegen sei es stets gewesen, Initiativen, die aus der Gemeinde kamen, zu fördern und zu begleiten und auch alternative Formen des Gottesdienstes zu finden, um Menschen anzusprechen, die den Zugang zum regulären Gottesdienst verloren haben, wie beispielsweise die viertägigen Bergexerzitien, den alternativen Gottesdienst „Sing and Pray“ und mehrere ökumenische Projekte wie das Stadtgebet oder den Jugendgottesdienst „Church rocks“ in Zu­- sammenarbeit aller christlichen Gemeinschaften in Landsberg und Umgebung. Besonders am Herzen lag ihm auch die Arche Gemeinschaft als ökumenisches Angebot. „Ich möchte Brücken bauen und möglichst viele Gruppierungen ansprechen. Das persönliche Gespräch und der Austausch sind mir sehr wichtig“. An dieser Ausrichtung wird auch die neue Stelle nichts ändern, wenn sich auch das Hauptaufgabengebiet als geschäftsführender Pfarrer der rund 2300 Mitglieder umfassenden Gemeinde leicht verschieben wird. Zudem bleibt Lichteneber stellvertretender Dekan des Dekanats Weilheim. „In dieser Funktion und vorher als Vertrauenspfarrer kannte ich das Team in Garmisch-Partenkirchen bereits, was einer der Gründe war, dass ich mich dorthin beworben habe. Ich freue mich sehr, dass der Kirchenvorstand mich gewählt hat. Das wird schön, das wird richtig gut dort!“ so Thomas Lichteneber. Da er „seine“ Landsberger Konfirmanden aber noch selbst konfirmieren möchte, findet der Einführungsgottesdienst in der Christuskirche Garmisch am 5. Juni statt.

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