Einsatz für das Gemeinwohl

Abschied nehmen: Trauergottesdienst für Walter Eichner

Beerdigungsgottesdienst Walter Eichner
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Nur rund 180 Trauergäste konnten am Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche anlässlich Walter Eichners Beerdigung teilnehmen. Nur jeder zweite Reihe durfte besetzt werden.

Landsberg – Normalerweise wäre die Stadtpfarrkirche wohl bis auf den letzten Platz gefüllt gewesen. Denn der am Freitag letzter Woche verstorbene Altlandrat Walter Eichner stand bis zuletzt mitten unter den Menschen. Das zeigten auch die Nachrufe von Landrat Thomas Eichinger, Ex-OB Ingo Lehmann und Robert Otto, Bezirksgeschäftsführer des VdK Oberbayern. Wegen der Abstandsvorschriften konnten sich am Donnerstag jedoch nur 180 Trauergäste im Gottesdienst von dem Verstorbenen verabschieden. 

„Heute heißt es Abschied nehmen“, mahnte Stadtpfarrer Michael Zeitler. Gerne hätte Eichner wohl noch die Veröffentlichung seiner Biografie miterlebt, denn das sei ihm „eine Herzensangelegenheit“ gewesen. Zeitler betonte Eichners Heimatverbundenheit. Er sei „im Schatten der Stadtpfarrkirche“ aufgewachsen, und auch die Kirche sei dem Ministrant wohl Heimat gewesen. Nicht zuletzt habe er hier auch geheiratet und zwei seiner Kinder in der Stadtpfarrkirche taufen lassen. Im Urlaub habe Eichner seine Heimat in Form eines Wohnmobils immer dabeigehabt. Seine wahre Heimat sei aber die Familie gewesen.

Noch vor zwei Wochen habe der Altlandrat seiner Familie gegenüber vom „Probesterben“ gesprochen, erzählte Zeitler. „Den Humor hat er bis zuletzt behalten.“ Seine Familie habe sich nun verabschieden müssen: trotz allem ein „guter Abschied, einer, der nicht ganz plötzlich kam“.

Ingo Lehmann ging auf Eichners Aufgaben in seiner Arbeit für die Stadt Landsberg ein. Von 1968 bis 1989 habe Eichner seine Aufgaben mit „Fleiß, Engagement, Können, Teamgeist und großer Kollegialität“ gemeistert. „Walter hat sich um die Stadt Landsberg in jeder Phase seines Lebens verdient gemacht.“ Er habe mit Eichner darüber gesprochen, wie sie wohl ihren 70. in diesem Jahr begehen würden. Man sei sich einig gewesen: kein großes Brimborium. „Walter war ein toller Kerl“, einer der sich alles erkämpft habe. Er habe wohl auch mit dem Altlandrat gestritten. „Aber es gab keine Verlogenheit, es war immer eine Auseinandersetzung mit offenem Visier“. Eichners Hilfsbereitschaft, seine Nähe zum Menschen seien prägend gewesen. Und auch, dass er Freundschaften gehalten und gepflegt habe.

VdK-Bezirksgeschäftsführer Otto verabschiedete sich von einem Menschen, der andere von seinen Ideen habe überzeugen können. Er danke für Eichners Engagement, dass den VdK Landsberg wieder „nach vorne gebracht“ habe.

Landrat Eichinger verabschiedete sich in seinem Nachruf von einem „großen Menschen“, einem „Kollegen über die Zeit hinaus“. Landräte seien miteinander verbunden, teilten die „Sorge und Verantwortung für die Heimat – eine besondere Art von Verwandtschaft“. Sein Landrat-Vorgänger Eichner sei immer als Ratgeber im Hintergrund für ihn bereitgestanden, habe ihn in seinen Vorhaben unterstützt.

Die im Rilke-Zitat – „O Herr, gib jedem seinen eignen Tod. Das Sterben, das aus jenem Leben geht, darin er Liebe hatte, Sinn und Not“ – genannten Lebensinhalte habe auch Eichner erfahren dürfen, die Not erfahren müssen. Die Liebe in der 48-jährigen Ehe, den drei Kindern und fünf Enkelkindern. Den Sinn in seinem lebenslangen Dienst für das Gemeinwohl. Als Landrat sei er dem ein oder anderen vielleicht auch ungemütlich erschienen, da er seine Ziele schnell erreichen wollte. Selbst noch im Ruhestand habe er sich als Vorsitzender des VdK Landsberg für die „am Rande der Gesellschaft eingesetzt, die keinen Fürsprecher haben“.

Aber auch die Not habe Eichner spüren müssen. Am Ende in seiner schweren Krankheit, die er würdevoll ertragen habe. Eichner werde Spuren hinterlassen. „Er hat seine Kraft im Einsatz für uns alle verbraucht.“

Die Beisetzung fand im engsten Familienkreis statt. Im Landratsamt liegt ein Kondolenzbuch aus. Wer sich dort eintragen möchte, kann das zu den üblichen Öffnungszeiten der Behörde tun.
Susanne Greiner

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