Mädchen- und Jungskram

Im Literaturhaus München präsentierten die Schüler der 10. Klasse der Mittelschule Landsberg einem begeisterten Publikum ihre Abschlussarbeiten des Schreib- und Rapworkshops „Lippenstift und Lattentreffer“

Landsberg/München - Am vorigen Dienstag war es soweit: Die zwölf Mädchen und Jungen aus der 10. Klasse der Mittelschule traten im Literaturhaus München auf. Vor einem begeisterten Publikum performten sie auf der Bühne. Die Schüler präsentierten ihre Abschlussarbeiten des Schreib- und Rapworkshops.

Fast drei Monate lang wurde im LitLab des Literaturhauses möglich gemacht, was der Unterricht oft ausklammern muss. Jenseits von Notendruck, Rechtschreibung und Grammatik wurde vor allem Fantasie und Fabulierlust gefordert. Gedanken über die Liebe, über Vorurteile, über typische Männer- und Frauenklischees, damit beschäftigten sich die Jugendlichen vom Schlossberg. „Und es war großartig zu erleben, wie gut und kontrovers sie diskutieren und nachdenken, und vor allem, wie offen sie uns gegenüber waren, wie mutig, sie über sich selbst sprechen können,“ konstatierte Sandra Hoffmann. Impulse von außen und Ansporn durch die Gruppe setzten kreative Prozesse in Gang, deren Ergebnisse nicht kalkuliert wurden, sondern überraschten. „Sehr angenehm, unkompliziert und wahrhaftig. Und stets so angstfrei offen, dass wirklich was entstehen konnte,“ stellt der Künstler Bumillo die Arbeit mit den Jugendlichen dar. 

„Die Welt der Mädchen und Jungs, ihre Gedanken, Gefühle und Probleme – ein Kosmos, der sich ständig wandelt und im Kern doch immer gleich bleibt: Wie wirke ich auf andere? Was ist mir wichtig? Was ist cool? Wer bin ich und wer will ich sein? Wie bekomme ich Sicherheit und Selbstbewusstsein? All das haben die Jungs und Mädchen der 10. Klasse in ihren Texten verarbeitet und beschrieben; und zwar mit ihren ureigensten Gefühlen und Erfahrungen.“ Persönlichkeit wurde gefordert und gefördert, im Schreiben wie im Zuhören und zuletzt auch bei der Präsentation auf der großen Bühne des Literaturhauses. 

Die Autorin Sandra Hoffmann war begeistert: „Ganz groß war, wie präsent, mit Körper und Stimme, unsere ganze Truppe auf der Bühne stand, wie sie sich getraut haben, in den vollbesetzten Saal zu schauen, wie sie auf diese Weise zeigten: Ich bin da! Alle, ohne Ausnahme!“ Robina Kopietz und Yasemin Topsakal forderten zum Nachdenken über die Liebe und das Verliebtsein auf. Bettina Winterholler und Max Meier feierten ihre typisch geschlechtsspezifischen Hobbies Reiten und Motocross. Stefanie Weiß und Chiaralyn Hengge machten sich Gedanken über Gentlemen und Ladies. Marco Kern stellte das traditionelle Rollenbild und Celine Rentel das zickige Verhalten von Mädchen in Frage. Der fiktive Auftritt des Lionel Messi, alias Arjan Haxhiu mit dem Fernsehreporter Sier Amiri und das Pamphlet über Frauenfußball von Laura Maier und Lisa Milli gehörten zu den Höhepunkten des Abends. 

Veranstalter war die Stiftung Literaturhaus mit Unterstützung der Altana Kulturstiftung und des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. Den Künstler Bumillo kann man am Freitag, 7. März, beim Poetry Slam im Landsberger Stadttheater um 20 Uhr live erleben.

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