Zeugnisverleihung an der Johann-Winklhofer-Realschule

Ausgewachsene Pflänzchen

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Blühten unter den Gewächsen im JWR-Garten am meisten auf (v. links): Nicole Lingenheil (1,0), Christina Rieger (1,0) und Jolanda ­Valeth (1,09).

Landsberg – Mit „zarten Pflänzchen“, die über Jahre im Schulgarten gewachsen seien, verglich Direktorin Annette Ring ihren Abschlussjahrgang. Ganze acht Klassen nahmen heute Vormittag im Sportzentrum ihr letztes Realschulzeugnis entgegen, mit dem sie nun in einen neuen Lebensabschnitt starten. 41 Schüler an der Johann-Winklhofer-Realschule schafften es sogar, mit einem Ein­serschnitt abzuschließen.

Jahrelang seien ihre „Pflänzchen“ mit Lehrstoff angereichert worden, berichtete Ring den zahlreichen Gästen. Hätten einzelne Gewächse mal Triebe in die falsche Richtung entwickelt, hätte das Gärtnerteam die Betroffenen direkt wieder zurechtgebogen. Manch einer habe auch eine Wachstumsperiode doppelt durchlaufen, sei aber dennoch zum Ziel gekommen. Und selbst der siebentägige Tsunami, die Abschlussprüfungen, hätte die Pflänzchen nicht aus der Bahn geworfen. Zum Ende ihrer Ansprache lobte die Schulleiterin stolz – abseits jeglicher Metaphern aus dem Biologie-Unterricht: „Sie sind hier selbstständige und positiv denkende Menschen geworden.“ Und so, um den Bogen zurückzuspannen, könnten ihre Schüler auch „an anderen Orten Wurzeln schlagen und aufblühen“.

An mögliche nächste Lebensschritte knüpfte Landrat Thomas Eichinger an. Er rief vor allem die derzeitige Situation am Arbeitsmarkt ins Gedächtnis. „Sie dürfen feiern, weil Sie eine günstige Ausgangslage haben.“ Fälle, in denen jemand von der Ausbildung bis ins Rentenalter im selben Betrieb bleibe, seien heutzutage nur noch Seltenheit. „Wechsel bedeutet auch Wachstum“ riet Eichinger den jungen Schulabgängern, denen er eine breite Palette an Berufsmöglichkeiten bescheinigt.

Dann baten die beiden Schülersprecher und Moderatoren, ­Sophie ­Hamberger und Adrian Bakonyi Oberbürgermeister Mathias ­Neuner auf die Bühne. Er legte den Fokus noch auf einen anderen wichtigen Aspekt von Abschlussprüfungen. „Junge Damen und junge Herren wollen feiern“, appellierte er auch an Verständnis und Rücksicht seitens der Eltern. Außerdem: „Wenn Sie jetzt denken, Ihre Kinder sind aus dem Gröbsten raus, muss ich Ihnen diese Illusion gleich nehmen“, so Neuner. Nach der Realschule führe der Weg schließlich oft auf die FOS, dann etwa vier Jahre bis zum Bachelor und weitere drei Jahre bis zum Master. „Dann wäre jetzt erst Halbzeit.“ An die angehenden Bewerber hatte Neuner noch einen Rat – mit einem Augenzwinkern in Richtung Landrat ­Eichinger: „Bevor ihr euch beim Landratsamt bewerbt, tut es bei der Stadt.“

Mit Spannung wurde schließlich die Prämierung der Jahrgangsbesten erwartet. Sie wurden für ihren Lerneinsatz mit Gutscheinen bis zu 300 Euro belohnt, gesponsert von der Frank-Hirschvogel-Stiftung, der Sparkasse Landsberg-Dießen und VR-Bank Landsberg-Ammersee. Den dritten Platz belegte Jolanda Valeth mit Durchschnitt 1,09. Sogar mit Traumnote 1,0 schlossen Christina Rieger und ­Nicole ­Lingenheil ihre Realschulzeit ab.

Marco Tobisch

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